Start Meinung MICE am Sonntag vom 20. Februar 2022

MICE am Sonntag vom 20. Februar 2022

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Hallo und herzlich willkommen zu MICE am Sonntag vom 20. Februar 2022. In dieser Woche geht es um die Themen Messe-Reanimation, Hybrid-Events und die Kalbfleisch-Personalie.

Die Messewirtschaft in Deutschland fordert vehement eine sofortige deutschlandweite Öffnungsperspektive von Politik und Verwaltung. Hintergrund: Auch im dritten Jahr der Pandemie fehlt es weiter an der Nachvollziehbarkeit der Restriktionen und echtem Verständnis der Politik für die Notlage der Branche. 230.000 Jobs hängen in Deutschland an der Messewirtschaft, 165.000 davon sind mittlerweile akut gefährdet.

Die Zeit ist da: Nur noch bis zum 19. März erlaubt das Infektionsschutzgesetz den Ländern die Verhängung von Messeverboten. Soll das jetzt noch mal erweitert werden? Wohl kaum. Der AUMA, das ist der Verband der deutschen Messewirtschaft, lehnt eine erneute Verlängerung ab. Aussteller, Veranstalter und Dienstleister brauchen bundesweit Planungssicherheit für die kommenden Monate.

Die Situation gibt es aber auch her. Corona hat angesichts hoher Inzidenzen bei gleichzeitig überschaubarer Krankenhausbelastung mittlerweile an Schrecken verloren. Ein Großteil der Bevölkerung ist geimpft und geboostert. Und wer das bisher nicht gemacht hat, wird wohl auch in Zukunft darauf verzichten.

Mal ganz ehrlich: Auf was wollen die Verantwortlichen jetzt noch warten?

Hybrid-Events, also die Verbindung von Live- und Digitalkomponenten für Veranstaltungen, sind nicht erst seit Pandemiebeginn ein bewährtes Instrument in der Marketing- und Medienkommunikation. Hybrid-Events ermöglichen die Teilnahme zusätzlicher Teilnehmergruppen für Marketingveranstaltungen, bieten neue Möglichkeiten für die Prä- und Postkommunikation, erhöhen die Reichweite, schaffen weitere Möglichkeiten zur Erfolgskontrolle, senken die CO2-Belastung durch einen geringeren Reiseaufwand und reduzieren die Kosten – zumindest was die Hospitality angeht.

Dafür gibt es aber einen höheren Aufwand für die Content-Produktion.

Aber: Es gibt auch neue Herausforderungen. Sprecherqualität und Moderation, Emotionalisierung der Teilnehmer, Dramaturgie und Inszenierung der Bildschirmdarstellung, Aufnahme- und Übertragungstechnik inklusive Details wie Schnitt, Beleuchtung, Broadcastformate und einiges mehr bekommen eine ganz neue Bedeutung.

Wir konnten darüber mit Astrid Frohloff und Gregor C. Blach von der Agentur We Do sprechen. Die TV-Journalistin und Moderatorin Astrid Frohloff ist unter anderem bekannt aus dem ARD-Magazin „Kontraste“ und den SAT.1-Nachrichten. Gemeinsam mit Gregor C. Blach und seiner Partnerin Ina von Holly hat sie die Agentur HelloHybrid gestartet. Der Beitrag steht auf dem YouTube Channel Studio Blach zur Verfügung.

Die Aufzeichnung fand im Digital Studio Berlin statt. Dafür vielen Dank an Artecom und das Hotel Estrel.

Jan Kalbfleisch (Foto: fwd:)

Einer kommt, einer geht – so könnte man wenig prosaisch den angekündigten Abschied von fwd: Geschäftsführer Jan Kalbfleisch und die Meldung über seinen Nachfolger Alex Ostermaier zusammenfassen. Damit würden man beiden nicht gerecht.

Nach einem Jahrzehnt engagierter Tätigkeit für Famab und fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft wird Jan Kalbfleisch die Geschäftsführung des Verbands an Alexander Ostermaier übergeben. „Nach fast zehn Jahren geht eine wunderbare, spannende und bisweilen turbulente Reise zu Ende. Gerade die letzten 24 Monate waren in vielen Aspekten sehr intensiv“, so Jan Kalbfleisch.

Jan Kalbfleisch hat sich während der Pandemie tatsächlich für den Verband und auch die Branche aufgerieben. Und das scheinbar Tag und Nacht, denn man konnte nahezu von einer Omnipräsenz sprechen. Eigentlich erinnerte das fast an die Geschichte von Hase und Igel. Welche Winkelzüge sich das Corona-Virus auch ausdachte – Jan Kalbfleisch bewies Weitsicht und war gefühlt immer schon da. Dafür großer Respekt. Nicht nur von uns, sondern wohl von der ganzen Branche.

Wenn er auch nicht immer einfach und bequem war. Aber das musste er nicht und das war wohl besser so.

Mit Alex Ostermaier steht ein idealer Nachfolger bereit. Er blickt nicht nur auf eine lange Erfahrung bei Neumann&Müller zurück, sondern ist ebenfalls seit Pandemiebeginn als politischer Aktivist für die Menschen dieser Branche eingetreten.

Bei Neumann&Müller war Alex Ostermaier Ende Juni 2021 aus der Unternehmensleitung ausgeschieden. Das Unternehmen hat er elf Jahre lang geleitet, blieb ihm aber nach seinem Weggang als Gesellschafter verbunden.

„Bei Alex Ostermaier ist die strukturelle und inhaltliche Weiterentwicklung des fwd: in besten Händen“, so Markus Illing, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Verbandes, über die Neubesetzung der Position.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Alexander Ostermaier (Foto: privat)

Der Podcast MICE am Sonntag steht unter Radio Blach bei Apple Podcasts oder Spotify zur Verfügung und kann auch auf der Website des BlachReport abgehört werden.