Start Meinung Ben Erben von Mutabor über den Mobile World Congress 2023

Ben Erben von Mutabor über den Mobile World Congress 2023

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Der Mobile World Congress (MWC) ist der größte Branchentreff Europas für Mobilfunk. Was gab es für Neuheiten, wer hat besonders beeindruckt? Ben Erben, ECD und Experte für Experiential Design bei der Hamburger Agentur Mutabor, hat sich für BlachReport umgesehen.

Wenn es um Trends des Mobilfunk- und Smartphone-Marktes geht, ist der Mobile World Congress in Barcelona von jeher eine feine Adresse. In den letzten Tagen auf dem katalanischen Messegelände stellte ich begeistert fest: Inhaltlich entwickelt sich der MWC immer weiter weg von der Mobiltelefon-Messe hin zum Connectivity Congress. Vor allem aktuelle Trendthemen wie AI und Metaverse helfen bei dieser Transformation. Auf die große Innovationswelle der Virtual/Augmented Reality Produkte hingegen muss hier noch gewartet werden. Das ist erstmal nichts Schlechtes, zeigt es doch, dass die Plattform in den nächsten Jahren noch weiter an Relevanz gewinnen kann.

Ben Erben auf dem MWC (Foto: Selfie/Ben Erben)

Die Fira Barcelona hat als Gastgeberin einmal mehr bewiesen, was in ihr steckt: Die Mischung aus Ausstellung und Konferenzen war ausgezeichnet kuratiert. Und mit Roundtables, Fireside Chats und Pitching Sessions waren die Formate divers, informativ, kreativ und von hoher Dichte an Innovationsthemen.

Kommunikatives Highlight: Das Rebranding von Nokia

Egal ob ich das neue Nokia Logo mag oder nicht. Ich finde ich es großartig, eine „Messe“ für den Launch eines Rebrandings zu nutzen. Aus meiner Erfahrung hilft eine externe Deadline, wie in diesem Fall der Messestart, Branding-Projekten sehr. 2019 durften wir mit Volkswagen auf der IAA erleben, wie ein gemeinsames Ziel vor allem großen Unternehmen helfen kann, Prozesse zusammen zu bringen und zu beschleunigen. Die Inszenierung des neuen Nokia Logos als Fassade und als Eingang in den Stand ist aus meiner Sicht super gelungen, was man nicht zuletzt an der langen Besucherschlange davor erkennen konnte.

Produkthighlight: Das naked eye 3D Tablet Nubia Pad 3D von ZTE

Was für neue Möglichkeiten der Interaktion! Über zwei, in die Frontseite eingelassenen Kameras, werden die Augen der Nutzer und Nutzerinnen getrackt. Somit erkennt das Tablet die Position und den Blickwinkel der User. Neu und inspirierend war für mich vor allem die Gaming-Anwendung. Hier konnte ich durch die Bewegung meines Kopfes zum Beispiel um die Ecken schauen. Meine These ist, dass diese Technologie auch bei der Entwicklung von immersiven Exponaten ohne Brille in Anwendung kommen könnte. Dass sich durch das Tracken der User der Content in Realtime anpasst, bringt das Erlebnis auf ein komplett neues Level. Der aktuelle Trend der „Naked-Eye-3D-LEDs“, den wir alle auf LinkedIn rauf und runter sehen, funktioniert hingegen ja immer nur aus einem Sweet-Spot. Der Nachteil des Eye-Tracking ist jedoch, dass der 3D Effekt immer nur für einen User sichtbar ist.

Insgesamt freut es mich sehr zu sehen, dass die Plattform nach Corona auflebt. Der MWC bietet viele Möglichkeiten Themen und Produkte an Entscheider und Entscheiderinnen der Techcommunity zu kommunizieren. Laut MWC sind 50 Prozent der Besuchenden Director-Level oder höher. Das bietet aus meiner Sicht das Potential, auch Themen und Produkte zu platzieren, die weiter weg sind vom Kern der Messe. In Vergangenheit hatten zum Beispiel Automarken dieses Potential für sich entdeckt. Ich bin gespannt zu sehen, ob dieser Trend nach dem Erfolg von 2023 wieder zurückkommt.

Für mich gilt auf jeden Fall: MWC, See you next year.

Beitrag von Ben Erben, ECD bei Mutabor