Start Business BodenseeMeeting will Bildungsplattform für Veranstalter in Mitteleuropa starten

BodenseeMeeting will Bildungsplattform für Veranstalter in Mitteleuropa starten

Auf Initiative der Netzwerke BodenseeMeeting und „der kongress tanzt“ trafen sich Mitte Juni rund hundert Vertreter aus der Kongressbranche, des Tourismus und der Wirtschaft aller Bodenseestaaten und Liechtensteins zum „mice lab 2015“ in Singen. Ihr gemeinsames Ziel: Sie wollen die erste Weiterbildungsplattform für Veranstalter im deutschsprachigen Raum entwickeln – basierend auf den Forschungsergebnissen der ersten drei „mice labs“ zum Kongress der Zukunft.

Seit 2013 setzen sich die Mitglieder des Netzwerks BodenseeMeeting intensiv mit der Entwicklung innovativer Kongressformate auseinander. Mitte Juni fand das Forschungsprojekt „mice lab“ zum dritten Mal statt. Mit neuer Zielsetzung: Basierend auf den Ergebnissen der bisherigen Forschungslabors will das BodenseeMeeting eine Weiterbildungsplattform für Veranstalter entwickeln. Unterstützt wird der Prozess vom Netzwerk „der kongress tanzt“ aus Berlin um die Veranstaltungsdramaturgin Tina Gadow und den Kommunikationsprofi Michael Gleich.

BodenseeMeeting ist ein länderübergreifendes Netzwerk aus Vertretern der Kongressbranche, des Tourismus und der Wirtschaft. Seit über zwanzig Jahren beschäftigt es sich mit der Vermarktung des Bodenseeraums als Tagungs- und Kongressregion. 2013 lancierte es das „mice lab“ zur Erforschung des „Kongresses der Zukunft“. In den Prozess eingebunden waren beziehungsweise sind Experten aus unterschiedlichsten Disziplinen – von Theaterregie über Kommunikation oder Soziologie bis zur Architektur.

Gemeinsames Credo: Frontalvorträge mit wenigen Experten und vielen gelangweilten Zuhörern gehören der Vergangenheit an. Kongresse sollen einen Nutzen bringen und Freude am Lernen bereiten. Teilnehmer wollen sich auf Augenhöhe austauschen und vernetzen. Jeder kann von jedem profitieren. Alle sind auf ihrem Gebiet Experten. Aus den „mice labs“ haben die Forscher viele Erkenntnisse gewonnen und Ideen für eine zukunftstaugliche Kongressbranche gesammelt.

Mit dem dritten „mice lab“ in Singen gehen die Initiatoren nun einen Schritt weiter. Gemeinsam mit einer neuen Expertenrunde haben sie sieben Prototypen für eine Bildungsplattform für Veranstalter entwickelt. Die bunte Ideenpalette reichte dabei von Branchen-Gesellen auf der Walz oder Wanderkongressen zum Ausprobieren über Ausbildungen zum „MICEter“ bis zur „Mice Lern- und Lehrküche“.

In einzelnen Workshops mit den Branchenvertretern wurden diese Prototypen verfeinert. „Wir wollen keinen Wettbewerb der besten Ideen veranstalten, sondern Synergien und gemeinsame Sichtweisen und Ziele zu einem Bildungskonzept verdichten“, erklärt der Sprecher des BodenseeMeeting Gerhard Stübe. Die Essenzen der Prototypen präsentierten die Arbeitsgruppen auf Marktständen. Die „Marktbesucher“ – also alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Singen – bekamen dort Einblick in die Konzeptideen.

Klar ist, das Konzept für die Bildungsplattform muss noch reifen, aber „wir sind unserem Ziel schon sehr nahe gekommen“, fasste Tina Gadow zusammen. Ein Teilnehmer hielt fest, worin sich alle einig waren: „Die bisherigen mice labs habe ich als co-kreativen Prozess erlebt. Auch die weitere Forschungsarbeit und die Entwicklung des Bildungskonzepts wird co-kreativ bleiben.“

Die Bildungsplattform soll eine lebendige Community sein, die allen Interessierten zur Verfügung steht. Ob kostenlos oder nicht, blieb noch offen. Der Wunsch nach einer Tauschbörse für innovative Ideen, ein Fundus mit Best-Practice-Beispielen gelungener Veranstaltungen – sowohl digital als auch analog – ist jedoch schon sehr konkret. „Die Sensibilität und Konstruktivität sind groß genug, um die Leuchtturmfunktion zu übernehmen“, ist Hausherr Reinhold Maier von der Stadthalle Singen überzeugt. Bis Ende des Jahres soll das Konzept für die Bildungsplattform stehen.

Info: www.bodenseemeeting.com, www.der-kongress-tanzt.net