Start Work Hausboote statt Messestände bei Preuss

Hausboote statt Messestände bei Preuss

Seit einem Dreiviertel-Jahr betätigt sich das Messebauunternehmen Preuss aus Holm als „Bootsbauer“. Jetzt wurde das erste fertiggestellte Hausboot bei Preuss Messe in Holm per Schwerlasttransport aus der Montagehalle auf den Parkplatz gezogen. Echte Schwerstarbeit: 25 Tonnen schwer, 15,5 Meter lang und fünf Meter breit ist der Prototyp von „MyAnyPlace“. Ende März wird das Hausboot nach Travemünde in den zukünftigen Heimathafen gebracht und dort – mit den Schwimmkörpern verbunden – zu Wasser gelassen.

Was war passiert? Ursprünglich sei die Idee für die schwimmenden Häuser aus rein privatem Interesse entstanden, sagt Peter Preuß, Geschäftsführer bei Preuss Messe. Bereits seit sieben Jahren liegen im Travemünder Yachthafen zwei Wohnschiffe, die Preuß seinerzeit auf einer Bootsmesse entdeckte und kaufte. Seither werden die Hausboote von ihm touristisch vermietet. Da das Messegeschäft im Zuge der Corona-Pandemie komplett eingebrochen ist, musste in der Messebaufirma neu gedacht werden. Denn von heute auf morgen fanden keine Messen mehr statt. „Zu Beginn der Corona-Krise haben wir nach Alternativen gesucht, um unsere Mitarbeiter zu beschäftigen. Dabei wurde vermehrt auf die Design-Hausboote gesetzt. Jetzt bauen wir selbst und bieten die Wohnschiffe zum Verkauf an“, so Sabine Lewin, Geschäftsführerin des Familienbetriebes in sechster Generation. Und die Nachfrage sei groß, denn Urlaub in Deutschland und individuelles Wohnen seien momentan sehr angesagt.

Auf 59 Quadratmetern verteilen sich zwei Schlafzimmer für je zwei Personen, eine offene Küche inklusive Spülmaschine mit angrenzendem Wohn- und Essbereich sowie ein Bad mit Dusche. Hinzu kommt eine rund zehn Quadratmeter große Terrasse. Bis zu vier Personen können gemeinsam auf dem Wohnschiff ihren Urlaub verbringen. Kostenpunkt: Je nach Ausstattung zwischen 260.000,00 und 345.000,00 Euro brutto.

MyAnyPlace – so heißt das Konzept von Preuss Messe – soll nun in Serie gehen. Sabine Lewin ist mit mehreren Häfen im Gespräch, um dort Liegeplätze zu reservieren. Zwei neue Plätze in Travemünde sind bereits angemietet. Dort soll auch der Prototyp im Frühling ein neues Zuhause finden. Peter Preuß möchte diesen zunächst ebenfalls touristisch vermieten. Der Bau eines zweiten Wohnschiffes beginnt in Kürze.

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