Start Meinung Eventsoftware: Raus aus der zweiten Reihe!

Eventsoftware: Raus aus der zweiten Reihe!

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Wer glaubt, dass innovative Eventsoftware zwangsläufig aus dem Ausland kommen muss, sollte seinen Blick nach Berlin und Hannover richten. Mit eBrain und event it (mit „NEO“) positionieren sich zwei deutsche Anbieter, die Künstliche Intelligenz zum wesentlichen oder sogar zentralen Bestandteil ihrer Plattformen machen. Zwei unterschiedliche Ansätze, eine gemeinsame Botschaft: Europa muss bei digitaler Eventtechnologie nicht in der zweiten Reihe stehen.

eBrain setzt auf einen grundlegenden Neustart. Die Unterstützung der virtuellen Projektmanagerin Emily soll nicht nur Fragen beantworten, sondern Aufgaben eigenständig erledigen. Demos lassen sich über die Website buchen.

event it NEO verfolgt einen anderen Weg und verbindet gewachsene Strukturen mit mehr als 40 KI-Funktionen, die modular Erweiterungen schaffen. Hinter „NEO“ stehen nach Angaben von event it Erfahrungen aus rund 12.000 Projekten und über einer Million Teilnehmer. Bei sensiblen Änderungen bleibt die letzte Entscheidung beim Menschen. Details werden im Webinar erläutert.

Das bedeutet: zweimal Aufbruch in die Digitalisierung von Marketingevents vor dem Hintergrund unterschiedlicher Herangehensweisen.

Interessant ist weniger die Herkunft der Software als das, was beide Ansätze für die Branche bedeuten. Da wäre zunächst das Thema Vertrauen. Datenschutz, DSGVO und europäische KI-Regulierung gelten häufig als Innovationsbremsen. Sie können aber auch zum Wettbewerbsvorteil werden. Gerade internationale Unternehmen achten zunehmend darauf, wo ihre Daten verarbeitet werden und wer darüber verfügt.

Hinzu kommt die Aussicht auf weniger Routine. Wenn KI Teilnehmerlisten abgleicht, Daten aktualisiert und administrative Abläufe automatisiert, entsteht Freiraum für das, was Veranstaltungen eigentlich ausmacht: Ideen, Inszenierungen und Begegnungen. Die Zukunft der Livekommunikation entscheidet sich schließlich nicht in Excel-Tabellen.

Und dann ist da noch die digitale Souveränität. Wer bei Daten, Prozessen und Technologien über Alternativen verfügt, reduziert Abhängigkeiten von internationalen Plattformen. Gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck auf etablierte Anbieter. Davon könnte die gesamte Branche profitieren.

Allerdings sollte niemand Ankündigungen mit Ergebnissen verwechseln. Ob die Systeme ihre Versprechen einlösen, zeigt sich erst im Veranstaltungsalltag. Dort zählen Zuverlässigkeit, Integration und tatsächliche Entlastung mehr als jede Produktpräsentation.

Fest steht: Die spannende Frage lautet längst nicht mehr, ob Künstliche Intelligenz das Eventmanagement verändert, sondern wer künftig die Kontrolle über Daten, Prozesse und Entscheidungen behält. Dass darauf jetzt auch Antworten aus Deutschland kommen, ist eine Entwicklung, die Aufmerksamkeit verdient.

Herzlichst

Peter Blach