Ob bei Corporate Events, in Markenwelten oder bei der Gestaltung von Venues: Für echte Begeisterung reichen bewegte Bilder, beeindruckende LED-Walls oder ein schickes Stage-Design nicht mehr aus. Wer heute für eine innovative Live-Experience einen Raum betritt, will nicht mehr nur zuschauen, sondern selbst Einfluss nehmen, entdecken und spüren. Die Umgebung muss spielbar werden, sich also direkt auf die Anwesenheit einer Person anpassen und reagieren. Genau darin liegt das Potenzial von Location-Based Entertainment (LBE): Räume sind dann nicht länger Kulisse – sie sind Mitspieler. Dies macht LBE spannend für Unternehmen, Eventstrategen und Venue-Betreiber.

Digitales Erlebnis-Ökosystem statt Einzel-Features
Dass Location-Based Entertainment heute stark technologiegetrieben ist, steht außer Frage. Doch weder die höchste Display-Auflösung, noch die größte LED-Wall läuten die nächste Stufe eines Erlebnisses ein. Disney hat bereits in den 50er Jahren verstanden, dass echte Magie stattdessen an den Schnittstellen entsteht: wo Storytelling, Sensorik, physische Architektur und sinnvolles Interaction Design aufeinandertreffen. Wenn Technologie unsichtbar im Hintergrund agiert und das intuitive Spielgefühl der Gäste in den Fokus rückt, verwandelt sich ein reines Event-Venue in eine dynamische Spielwiese. Plötzlich wird eine Ausstellungsfläche selbst zum Hauptdarsteller. Die Location antwortet auf Bewegungen, verändert Stimmungen in Echtzeit und schafft Momente, die bei jedem Durchlauf anders funktionieren und überraschen.
Neben dem Erlebnis-Aspekt punktet innovatives LBE auch mit nützlichen Features, etwa mit lokalisiertem Content für multiple Besucher. Je nach Sprache oder Alter der Gäste lassen sich so entweder die Audios anpassen oder Untertitel einblenden. Auch Messungen, wie viele Besuchende was interessant finden, sind sinnvoll.
Die Strahlkraft solcher Konzepte im urbanen Raum lässt sich zum Beispiel im Outernet in London belegen. Hier zeigt sich eindrucksvoll, was passiert, wenn öffentlich zugängliche Venues mit riesigen, echtzeitgesteuerten Content-Welten bespielt werden. Das Outernet ist ein begehbarer, digitaler Raum, der als flexible Bühne für Marken, Kulturprojekte und Events dient. Die Grenze zwischen Architektur, Event und Content verschwimmt komplett. Was das Outernet so erfolgreich macht, ist die Barrierefreiheit: Das Erlebnis lässt Besuchende ohne Hürden im Raum verweilen und ihn als lebendigen Treffpunkt nutzen. Richtig ist, dass das Outernet auch durch Werbung finanziert wird. Dank hochwertiger, spannender Inhalte und eines ausgefeilten Content Schedulings fügt sich diese jedoch nahtlos in das Gesamterlebnis ein, so dass diese eher bereichernd als störend empfunden wird.

Auch beim The Lost World Aquarium im Atlantis Dubai verschmelzen atemberaubende physische Aquarien mit interaktiven Realtime-Technologien. Besucher werden über interaktive Stationen, spielerische Shows und Gamification-Elemente selbst aktiv und erfahren so Wissenswertes über die Meeresbewohner.
Die Formel für die Zukunfts-Venue
Interaktive LBE-Konzepte machen Räume flexibler und schlichtweg relevanter. Wer Venues heute plant, sollte nicht mehr in starren Kulissen denken, sondern vielmehr in aktiven Erlebnissen. Denn eine Location, die mit ihren Gästen spielt, wird zur unvergesslichen Erlebniswelt.
Autor: Florian Wögerer, Gründer und CEO von BoraBora Studios. Gemeinsam mit seinem Team entwickelt Wögerer interaktive, spielerische Erlebnisse für Marken weltweit. Seine Expertise reicht von Echtzeit-3D-Technologie, Digital Transformation, Generativer KI bis hin zu immersiven Erlebnissen in Museen, Ausstellungen und Einzelhandel. Die Projekte von BoraBora Studios lassen die Grenzen zwischen digitaler und realer Welt verschwimmen.

















