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KI bei Marketingtexten: Mensch vs. Maschine?

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Copywriter Julius Kemnitzer hat sich damit beschäftigt, inwiefern KI für Marketingtexte eingesetzt werden kann und wo sie an ihre Grenzen stößt. Mit der sich immer weiter entwickelnden Digitalisierung kommen nämlich immer mehr Trends und technische Hypes zum Vorschein. Allen voran: KI-Lösungen. Smarte Tools wie der sprach- und textbasierte Chatbot ChatGPT von OpenAI oder Bard von Google machen besonders in letzter Zeit enorme Fortschritte. Heute werden sie in vielen Bereichen eingesetzt – auch bei der Erstellung von Marketingtexten.

Letztlich ermöglichen es diese Tools, reichlich Inhalt in überschaubarer Zeit zu schaffen. Gleichzeitig muss klar sein: Künstliche Intelligenz stößt auch mit den besten Prompts an ihre Grenzen. Schließlich ist der Mensch der Maschine in einigen Bereichen immer noch weit überlegen. „Wenn es um Ideen, komplexe Konzepte oder die Metaebene geht, sind selbst die smartesten Tools überfordert. KI mag zwar die Produktivität stark steigern, doch wirklich verstehen kann sie die Zielgruppe Mensch nicht“, so der Copywriting-Experte Julius Kemnitzer und erklärt, wo KI bei Marketingtexten an ihre Grenzen stößt.

Fehlende emotionale Intelligenz

Bei KI-Tools wie ChatGPT handelt es sich um Systeme, die mit enormen Datenmengen gefüttert werden. Sie verarbeiten Informationen in einer rasanten Geschwindigkeit und lernen bei jeder Anwendung dazu. Dadurch schaffen es die smarten Lösungen, Fragen von Nutzern umgehend zu beantworten. Oft wirkt es sogar so, als wäre die KI eine eigene Persönlichkeit mit individuellen Gedanken und Charakterzügen. Das ist jedoch nicht der Fall. Auf künstlicher Intelligenz basierende Lösungen wie ChatGPT können die Erstellung von Marketingtexten erleichtern und signifikant beschleunigen. In Verbindung mit emotionaler Intelligenz geschieht das aber nicht. Als datenbasierte Anwendung verfügt der Chatbot nämlich nicht über diese menschliche Fähigkeit, die auf der Metaebene wirkt.

KI denkt nicht originell

Auch originelle Ideen und komplexe Zusammenhänge sind für KI-basierte Systeme bisher nicht greifbar. Sie können Daten zwar analysieren, ordnen oder wiedergeben, doch das „Denken außerhalb der Box“ bleibt ein menschlicher Charakterzug. Trotzdem ist es möglich, KI für die Ideenfindung zu nutzen. Verschiedene Anwendungsfälle sollten hierbei getestet werden. So lassen sich schneller ansprechende Ergebnisse erzielen und wiederkehrende Aufgaben einfach auslagern. Beispielsweise kann der Chatbot mit Stichpunkten und spezifischen Informationen gefüttert werden, damit dieser das Grundgerüst für einen ansprechenden Marketingtext erstellt.

Die Konzeption bleibt fest in Menschenhand

Gute Marketingkonzepte werden stets auf die Bedürfnisse der anzusprechenden Zielgruppe zugeschnitten. Außerdem sind sie kreativ, unterhaltsam und heben das Unternehmen durch die Betonung ihrer Alleinstellungsmerkmale von ihren Mitbewerbern ab. So ist der Werbetreibende dazu in der Lage, planbar Kunden zu gewinnen und zu binden. Damit die Konzeption überzeugender Inhalte gelingt, braucht es folglich mehr als reine Quantität. Essenziell sind vielmehr kreative Ideen, spannende Konzepte und echtes Verständnis für die Eigenheiten der potenziellen Kunden. Kurz: Qualität ist gefragt. Der KI fehlt jedoch das Verständnis hierfür. Sie besitzt keine emotionale Intelligenz und kann nicht originell denken. Der Mensch hat also klar die Nase vorn, wenn es um die Konzeption überzeugender Texte für andere Menschen geht. Letztlich kann selbst die leistungsstärkste KI komplexe Zusammenhänge nur bedingt verstehen. Das schließt menschliche Probleme und mögliche Lösungen dafür ein.

Fehler lassen sich kaum vermeiden

So produktivitätssteigernd KI-basierte Tools auch sein mögen: Ihre Fehleranfälligkeit ist nicht zu unterschätzen. Letztlich arbeitet künstliche Intelligenz nämlich mit bereits vorhandenen Informationen. Greift sie Ungereimtheiten oder falsche Wahrheiten auf, spiegelt sich das in ihren Inhalten wider. Darüber hinaus liefern KI-Lösungen oft auch unspezifische Antworten. Im Bereich der Marketingtexterstellung sind ihre Ergebnisse im Vergleich zu menschlichen Inhalten daher meist deutlich „unkreativer“. Wer ChatGPT und Co. nutzt, muss also nicht nur mit einer gewissen Fehleranfälligkeit rechnen. Kreativität als Schlüssel zur Kundenbegeisterung bleibt bis auf Weiteres den realen Content-Experten vorbehalten.

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