Start Meinung got your back group: Skalierung ohne Fusion?

got your back group: Skalierung ohne Fusion?

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Die Anforderungen wachsen gerade schneller als viele Agenturen. Kunden erwarten Strategie, Kreation, Technologie und internationale Umsetzung aus einer Hand. Gleichzeitig schätzen sie die Menschen, die ihr Unternehmen kennen und Verantwortung übernehmen. Wer größere Mandate gewinnen will, muss beides zusammenbringen: mehr Leistungsfähigkeit und persönliche Nähe.

Die neu gegründete got your back group setzt genau hier an. Expopartner, Joke Event, ottomisu communication und Phocus Brand Contact verbinden ihre Kompetenzen in einer gemeinsamen Gesellschaft mit paritätischer Beteiligung, bleiben aber eigenständig. Das ist ein Ansatz für einen Markt, in dem Wachstum häufig mit Übernahmen gleichgesetzt wird. Größe lässt sich offenbar auch organisieren, ohne die Identität der Beteiligten aufzugeben.

Mehr als 300 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben rund 55 Millionen Euro gemeinsamer Umsatz beschreiben das Potenzial. Das belegt natürlich noch nicht, dass aus vier Unternehmen – was eigentlich nicht stimmt, denn es sind ja vier plus ein Unternehmen – eine leistungsfähige Einheit wird. Entscheidend ist, was beim Kunden ankommt: bessere Lösungen, verlässliche Abläufe und ein Ansprechpartner, der auch dann entscheiden kann, wenn mehrere Agenturen beteiligt sind.

Das Prinzip der federführenden Agentur schafft dafür eine Grundlage. Die eigentliche Bewährungsprobe wird hinter den Kulissen stattfinden. Wer hat den Lead bei welchem Projekt? Wie werden Leistungen kalkuliert und fakturiert? Wer trägt Verantwortung, wenn etwas schiefläuft? Und was passiert, wenn die Interessen eines Partners dem gemeinsamen Auftrag entgegenstehen? Solche Fragen entscheiden über die Qualität der Zusammenarbeit.

Eigenständigkeit ist ein Wert. Sie darf aber nicht zur Ausrede werden, wenn gemeinsame Entscheidungen unbequem sind. Ein Verbund braucht verbindliche Regeln, transparente Zuständigkeiten und die Bereitschaft, Kompetenzen zu teilen. Sonst wächst vor allem der Abstimmungsaufwand.

Gelingt das, könnte hier ein Modell entstehen, das für die Veranstaltungswirtschaft über diese vier Agenturen hinaus relevant ist: Spezialisten bündeln ihre Kräfte, ohne ihre unternehmerische Verantwortung abzugeben. Der Maßstab dafür ist weder die Zahl der Standorte noch die Größe des Gruppenlogos. Es ist die Fähigkeit, gemeinsam Aufgaben zu lösen, an denen jeder für sich scheitern würde.

Ich wünsche der got your back group einen tollen Start und alles Gute. Und uns allen neue Eindrücke, ob und wie diese unternehmerische Idee funktioniert.

Herzlichst

Peter Blach

(Der Beitrag erschien als Editorial im BlachReport 21.2026)