Nachhaltigkeit ist in der Veranstaltungswirtschaft längst kein Trend mehr, sondern unternehmerische Notwendigkeit – auch für Messen. Während vor einigen Jahren noch über freiwillige Maßnahmen, CO₂-Kompensation oder Mehrwegsysteme diskutiert wurde, stehen heute belastbare Strukturen, nachvollziehbare Prozesse und überprüfbare Nachweise im Mittelpunkt. Die Frage lautet nicht mehr, ob sich Unternehmen mit Nachhaltigkeit beschäftigen sollten, sondern wie professionell sie dieses Thema in ihre Organisation integrieren.
Ein aktuelles Beispiel dafür liefert die Future of Festivals in Berlin. Die Fachmesse für die Festival- und Live-Entertainment-Branche hat den Prozess zur Einführung eines Nachhaltigkeitsmanagementsystems nach ISO 20121:2024 gestartet. Gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsberatung 2bdifferent soll die Veranstaltung bis zur nächsten Ausgabe im November 2026 systematisch auf die Zertifizierung vorbereitet werden. Bemerkenswert ist dabei nicht nur der Schritt selbst, sondern die dahinterstehende Haltung: Nachhaltigkeit soll nicht allein Gegenstand von Vorträgen und Diskussionen sein, sondern auch verbindlicher Bestandteil der eigenen Veranstaltungsorganisation werden.
Gerade dieser Ansatz zeigt, wohin sich die Branche entwickelt. Nachhaltigkeit gewinnt dann an Glaubwürdigkeit, wenn sie nicht nur kommuniziert, sondern in Prozesse, Verantwortlichkeiten und Entscheidungen eingebunden wird. Die ISO 20121 bietet dafür einen international anerkannten Rahmen, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Sollte die Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen werden, könnte die Future of Festivals nach eigenen Angaben die erste Messe weltweit sein, die nach der aktuellen Version der Norm zertifiziert wird.
Die Veranstaltungsbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel – nicht nur im Bereich Nachhaltigkeit für Messen. Wenn nicht nur die Messegesellschaften, sondern auch einzelne Messen diesen Wandel aktiv begleiten, stärken sie nicht nur die eigene Position, sondern tragen auch dazu bei, die Zukunft der Branche nachhaltig mitzugestalten.
Herzlichst
Ihr Peter Blach




















