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Heidelberg calling . . . Fragen an Mathias Schiemer

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Das Heidelberg Congress Center kann jetzt Richtfest feiern. Nicht nur darüber haben wir Mathias Schiemer von Heidelberg Marketing befragt.

BlachReport: Das neue Heidelberg Congress Center soll 2023 eröffnen. Bleibt es dabei?

Mathias Schiemer: Das bleibt dabei. Es gab nur minimale Bauverzögerungen und wir sind bis jetzt auch in der Kostenkalkulation geblieben. Die Eröffnung ist für den Übergang vom dritten auf das vierte Quartal 2023 geplant. Wir starten dann voraussichtlich mit einigen Probe-Events und wollen dabei auch die Bürger von Heidelberg einbinden. Jetzt feiern wir aber am 30. Mai erstmal das Richtfest.

BlachReport: Was macht das Heidelberg Congress Center besonders?

Mathias Schiemer

Mathias Schiemer: Wir sind die Planungsphase strukturell angegangen und haben dafür Event-Spezialisten aus unterschiedlichen Gewerken eingebunden: Technik, Catering, Logistik und mehr. Auf dieser Basis und damit unter Berücksichtigung praktischer Überlegungen für das Eventmanagement und die Durchführung unterschiedlicher Veranstaltungsformate haben wir dann die Raumplanung vorgenommen und anschließend die daraus entstandenen Anforderungen an die Architekten in Form des Wettbewerbes weitergegeben. Eigentlich stand von Anfang an nur das Grundstück am Bahnhof fest. Der Rest entwickelt sich aus den Diskussionen und Beratungen. Um auf die Frage zurückzukommen: Wir bieten eine besonders hohe Raumqualität in einem modernen Congress Center, das technisch auf Höhe der Zeit ist. Zu dieser Raumqualität gehört zum Beispiel auch ein Open-Air-Raum, der wie ein Atrium gestaltet ist und selbstverständlich auch der zertifizierte Gold Status.

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BlachReport: Können Sie uns schon etwas über die Buchungslage im neuen Congress Center sagen?

Mathias Schiemer: Wir gehen davon aus, dass das richtige Geschäft im Heidelberg Congress Center 2024 losgeht. Für 2025 haben wir den ersten Weltkongress für unser Haus gewonnen. Ansonsten gibt es sehr viele Anfragen und derzeit noch viele volatile Termine, die aus den Entwicklungen der Pandemie entstanden sind – nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Locations national und international. Hier warten wir jetzt erstmal ab, bis die Tinte unter den Verträgen trocken ist, ehe wir unsere Buchungen kommunizieren.

BlachReport: Gebaut wird in Heidelberg nicht nur am Congress Center. Sie haben sich gleich zwei große Projekte aufgeladen . . .

Mathias Schiemer: Die historische Heidelberger Stadthalle am Neckarufer, sozusagen unsere gute Stube, war in die Jahre gekommen und musste allein aus technischen Gründen und unter Berücksichtigung der aktuellen Anforderungen an die Gebäudesicherheit renoviert werden. Glücklicherweise gibt es mit Heidelberger Pharmaunternehmer Wolfgang Marguerre, dessen Firma Octapharma ihren Hauptsitz in der Schweiz hat, einen großzügigen Mäzen, der das Projekt mit einer zweistelligen Spende im Millionenbereich unterstützt. Sonst hätten wir uns zwei Bauvorhaben in dieser Größe auch nicht leisten können. Gewünscht hätte ich mir, dass wir beide Projekte zeitgleich eröffnen. Das erwies sich aber leider als nicht realisierbar. Die Stadthalle wird erst 2024 wieder zur Verfügung stehen und ist dann optimal für Konzert und Kultur oder auch Abendveranstaltungen vorbereitet. Die Kombination aus einem neuen Congress Center und einer historischen Stadthalle wird zu einem wundervollen Miteinander in Heidelberg führen.

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BlachReport: Was kann Heidelberg für kleinere Veranstaltungen bieten?

Halle02

Mathias Schiemer: Fangen wir mit unserer ältesten und bekanntesten Location an: dem Heidelberger Schloss. Hier gibt es sowohl das historische Ambiente im Königssaal als auch die moderne Variante mit dem Glassaal, der in das alte Gemäuer harmonisch integriert werden konnte. Eine andere Location ist die Halle02, die in den umgebauten Lagerhallen des ehemaligen Heidelberger Güterbahnhofs entstand und sich quasi gegenüber vom neuen Congress Center befindet. Ein weiterer Veranstaltungsort entsteht auf einem Heidelberger Wärmespeicher in rund 55 Meter Höhe. Hier wird es außer einer begehbaren Terrasse auf dem Dach des Gebäudes unter einer beweglichen Gebäudehülle auch eine Gastronomie inklusive Lounge sowie einen Veranstaltungsraum für 200 Gäste geben. Dann gibt es zum Beispiel noch die Alte Weinfabrik in einer ehemaligen Großweinkellerei oder auch das Frauenbad, ein ehemaliges Hallenbad im Stadtteil Bergheim, in dem viele Veranstaltungen stattfinden. Ich gehe davon aus, dass mit Fertigstellung des Congress Center sogar noch einiges dazukommt. Heidelberg hat bisher keine Tradition als MICE-Destination. Das dürfte sich künftig ändern.

BlachReport: Wie sieht es bei den Kapazitäten für Übernachtungen und Eventservices in Heidelberg aus?

Eventlocation Wärmespeicher

Mathias Schiemer: Auch hier kommt einiges dazu, was die Alteingesessenen natürlich weniger schätzen. Wir sind auf den größeren Bedarf nach Eröffnung des Heidelberg Congress Center vorbereitet. Dabei sollte man nicht vergessen, dass die umliegende Metropolregion ohnehin einiges zu bieten hat.

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BlachReport: In und an Ihren großen Projekten wird seit Jahren gebaut. Jetzt geht die veranstaltungsarme Zeit der Pandemie dem Ende zu und Heidelberg macht wieder auf. Konnte Covid-19 überhaupt Schäden im Heidelberger MICE-Business anrichten?

Mathias Schiemer: Heidelberg war bisher für viele Veranstalter im MICE-Business eher ein weißer Fleck auf der Landkarte. Insofern haben wir die Pandemie zwar gemerkt, der Schaden blieb aber gering.

BlachReport: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.