Start Business Eindrücke: Heidrun Scholten von GPJ über Futuromundo 2026

Eindrücke: Heidrun Scholten von GPJ über Futuromundo 2026

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Was passiert, wenn man eine Konferenz nicht in ein Gebäude packt, sondern über ein zusammenhängendes Stadtareal verteilt? Die Futuromundo in Stuttgart zeigt, wie eine solche Antwort konkret aussehen kann. Heidrun Scholten, Senior Director Strategy & Marketing bei George P. Johnson, hat die Veranstaltung besucht und ihre Eindrücke zusammengefasst.

Zwei Tage lang kamen in Stuttgart rund 3.000 Besucher in den Konferenzformaten sowie etwa 2.000 weitere Gäste im Futuromundo Festival-Bereich zusammen. Ergänzt wurde das Programm durch rund 150 Redner aus Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft.

Dabei sind es nicht nur die großen Bühnen, die in Erinnerung bleiben – sondern die Momente dazwischen: spontane Gespräche, ungeplante Abzweigungen im Programm und genau jene Situationen, in denen man sich bewusst gegen den nächsten Slot entscheidet.

Ein Ökosystem statt Event

Mit der Futuromundo zeichnet sich in Stuttgart ein Innovationsfestival ab, das bewusst das klassische Konferenzformat erweitert. Statt eines zentralen Veranstaltungsortes entsteht ein hybrides Gefüge aus Fachkonferenzen, interaktiven Masterclasses, dezentralen öffentlichen Clubhouses und einem Musikformat.

Futuromundo Ausstellung

Die Stadt selbst wird dabei zum eigentlichen Austragungsort. Zwischen verschiedenen zentralen Locations entsteht ein Netzwerk aus Bühnen, Sessions und Begegnungsorten, das bewusst auf kurze Wege und spontane Wechsel zwischen Programmpunkten setzt.

Zwischen Struktur und Experiment

Im Vergleich zur Premiere wirkt die zweite Ausgabe deutlich strukturierter und konsolidierter. Programmarchitektur, Abläufe und Organisation haben sich sichtbar weiterentwickelt. Tracks wie „Cyberländ“, „EDU“, „Inno“ oder „Foresight“ schaffen Orientierung in einem bewusst vielfältigen Programm.

Gleichzeitig bleibt der experimentelle Charakter erhalten. Und das ist entscheidend: Die Futuromundo will kein perfektioniertes Kongressformat sein, sondern ein Raum, in dem neue Formate ausprobiert werden.

An einigen Stellen waren weiterhin organisatorische Herausforderungen erkennbar. Im Kontext eines noch jungen Formats ist das jedoch erwartbar und hatte keinen wesentlichen Einfluss auf den Gesamteindruck

Regionale Stärke als Fundament

Auffällig ist die klare regionale Prägung. Die Futuromundo wird stark von Akteuren aus Baden-Württemberg getragen – aus Wirtschaft, Wissenschaft und institutionellem Umfeld.

Gleichzeitig zeigt sich bereits eine wachsende Strahlkraft über die Region hinaus. Beiträge von Unternehmen wie Meta, Microsoft, Deutsche Telekom, T-Systems und Accenture sowie Vertreter aus Politik, Forschung und Wissenschaft erweitern die Perspektive.

Gerade in dieser Kombination liegt die eigentliche Stärke: Die Futuromundo funktioniert als Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Akteuren und Altersgruppen – ein Ansatz, der im deutschen Veranstaltungs-Kontext noch immer vergleichsweise selten ist.

Mehr als Programm: Die Rolle der Side Events

Ein zentrales Element des Festivals sind die zahlreichen Side Events. Sie reichen von kleineren Fachformaten bis hin zu informellen Networking-Angeboten und einem Musikformat.

Ein Teil dieser Formate ist öffentlich zugänglich und auch ohne Ticket nutzbar. Das ist mehr als ein Zusatzangebot – es unterstreicht den Anspruch, ein offenes Festival zu sein und nicht nur eine geschlossene Branchenveranstaltung.

Im Zusammenspiel mit den Konferenzen entstehen so Räume, in denen Austausch, Vernetzung und spontane Begegnungen möglich werden. Für viele Teilnehmende liegt genau hier der eigentliche Mehrwert.

Strategische Relevanz für den Standort

Vor dem Hintergrund der industriell geprägten Region Baden-Württemberg gewinnt das Format an Bedeutung. Die Futuromundo positioniert sich zunehmend als Plattform zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Kreativwirtschaft und wird entsprechend von politischen und wissenschaftlichen Institutionen begleitet.

Im deutschen Veranstaltungskontext zeigt sich zugleich, dass Formate dieser Art noch vergleichsweise selten sind. Während es eine Vielzahl etablierter Fachmessen und Branchenevents gibt, fehlen häufiger übergreifende Innovationsformate, die Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kreativwirtschaft konsequent in einem gemeinsamen Setting zusammenbringen. Vor diesem Hintergrund ist die Entstehung eines solchen Festivals in Deutschland als relevantes Signal zu bewerten.

Zwischen Potenzial und Skalierung

Derzeit ist das Festival noch klar regional verankert, zeigt jedoch deutliches Entwicklungspotenzial in Richtung eines überregional relevanten Formats. Die wachsende Zahl namhafter Partner und Sponsoren unterstreicht diese Dynamik.

Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die Einbindung von Wirtschaft, Politik und Forschung weiter zu vertiefen und insbesondere regionale Unternehmen stärker in die aktive Mitgestaltung einzubinden. Denn genau hier entscheidet sich, ob aus einem spannenden Festival ein nachhaltiges Innovations-Ökosystem wird.

Die Futuromundo steht noch am Anfang, aber die Richtung ist klar. Der Anspruch, über reine Zukunftsanalysen hinauszugehen und konkrete Impulse zu schaffen, ist erkennbar. Die kommenden Ausgaben werden zeigen, ob die Skalierung gelingt. Das Potenzial dafür ist vorhanden – jetzt geht es um Konsequenz in der Weiterentwicklung.

Heidrun Scholten

Text und Fotos: Heidrun Scholten, Senior Director Strategy & Marketing bei George P. Johnson, besuchte die Futuromundo in Stuttgart auch schon bei der Premiere. Das Festival fand in diesem Jahr erst zum zweiten Mal statt. Ihr Fokus lag dabei auf dem Besuch verschiedener Events, Brand Houses und Networking-Formate, um das Entwicklungspotenzial des Formats für die kommenden Jahre einzuordnen.