Der EVVC weist vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg auf die Bedürfnisse der Veranstaltungswirtschaft im Bundesland hin. Baden-Württemberg ist laut dem Eventverband zwar ein wirtschaftliches Powerhouse, insbesondere bei den Rahmenbedingungen für seine Veranstaltungsbranche – die deutschlandweit den sechstgrößten Wirtschaftszweig darstelle – bestehe jedoch unter einer neuen Landesregierung Nachbesserungsbedarf.
Anders als in einigen anderen Bundesländer existiere in Baden-Württemberg aktuell kein Veranstaltungs- und Kongressfonds, um die Ausrichtung von Messen, Kongressen und anderen Business Events im eigenen Bundesland zu fördern. Nach EVVC-Ansicht eine vertane Chance, insbesondere wenn man die Wertschöpfungskette von Events betrachte: Laut einer Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr erzeugt alleine die Messe Karlsruhe Impulse für die regionale Wirtschaft in Höhe von 193,8 Mio. Euro pro Jahr. „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Veranstaltungen sind Motoren für den Tourismus und die lokale Wirtschaft. Zukünftig sollte daher ein bundesweit einheitlicher Länder-Kongressfonds eingerichtet werden, um alle deutschen Bundesländer gleichermaßen und somit den Messe- & Event-Standort Deutschland als Ganzes zu fördern“, so Frank Kowalski, Geschäftsführer Bruchsaler Tourismus, Marketing & Veranstaltungs GmbH und EVVC-Vorstandsmitglied.
Auch weist der Verband auf die „dramatische Lage“ zahlreicher Veranstaltungsstätten in kommunaler Trägerschaft hin: „Viele kommunale Veranstaltungs-Centren in Baden-Württemberg sind einem extremen Kostendruck ausgesetzt, der immer weiter zunimmt. Größtenteils werden diese durch infrastrukturelle Kosten im Hinblick auf Instandhaltung und Sanierungen der Gebäude verursacht, die auf Dauer nicht haltbar sind. Und das, obwohl Stadthallen, Kulturzentren, Messe- und Kongresszentren sowie Sportstätten als Erlebnis- und Begegnungsorte so immens wichtig sind für unsere Gesellschaft“, sagt Sabine Arnegger, Kulturamtsleiterin der Stadt Ravensburg und EVVC-Vorstandsmitglied.
Nicht nur der finanzielle, sondern auch der passende rechtliche Rahmen müsse geschaffen werden, um einen erfolgreichen Betrieb von Veranstaltungs-Centren in Baden-Württemberg zu gewährleisten. Hierbei spiele die Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättVO), deren Auslegung Ländersache ist, eine zentrale Rolle. Der EVVC empfiehlt eine enge Orientierung an der in diesem Jahr zu erwartenden MVStättVO, welche möglichst die Änderungsvorschläge des EVVC übernehmen sollte, und eine Ausgestaltung nach den Bedürfnissen der Veranstaltungs-Centren im Land. Nur so könnten auch zukünftig erfolgreiche Events gewährleistet werden, die Menschen zusammenbringen und einen echten Mehrwert schaffen – ökonomisch wie sozial.























