Ein Bündnis aus 15 Wirtschafts- und Branchenverbänden aus dem MICE-Bereich sowie angrenzenden Marktsegmenten engagiert sich jetzt für eine Reform des deutschen Arbeitszeitrechts. Mit der Kampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“ fordert das Verbändebündnis eine Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit nach dem Vorbild der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie. Ziel sei es, Betrieben und Beschäftigten mehr Flexibilität bei der Verteilung ihrer Arbeitszeit zu ermöglichen.
Ausgangspunkt der Initiative ist der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband (Dehoga Bundesverband). Inzwischen haben sich zahlreiche Verbände aus den Bereichen Tourismus, Veranstaltungswirtschaft, Messen, Live-Kultur und Geschäftsreisen angeschlossen. Dazu zählen unter anderem AUMA, BDKV, EVVC, VDVO, DRV sowie der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft.
Die Verbände verweisen auf die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland. Nach ihrer Einschätzung belasten schwaches Wachstum, steigende Kosten, hohe Abgaben und bürokratische Anforderungen viele Unternehmen. Vor diesem Hintergrund sehen sie in einer flexibleren Arbeitszeitgestaltung eine Möglichkeit, betriebliche Abläufe besser an schwankende Anforderungen anzupassen.
Die geforderte Änderung ist im Koalitionsvertrag von Union und SPD bereits angelegt. Dort wurde vereinbart, die bisherige tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Betrachtung zu ersetzen. Nach Angaben der Initiatoren soll das Bundesarbeitsministerium noch vor der Sommerpause einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen.
Die Kampagne stellt die Perspektiven von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den Mittelpunkt. Nach Darstellung des Bündnisses gehe es nicht um eine Ausweitung der Arbeitszeit, sondern um mehr Freiraum bei deren Verteilung. Unternehmen könnten dadurch Auftragsspitzen, saisonale Schwankungen oder kurzfristige Anforderungen flexibler bewältigen. Gleichzeitig sollen Beschäftigte mehr Möglichkeiten erhalten, berufliche und private Verpflichtungen miteinander zu vereinbaren.
Besondere Bedeutung messen die Verbände der Reform für Branchen mit projektbezogenen oder stark schwankenden Arbeitszeiten bei. Dazu zählen neben Hotellerie und Gastronomie auch Agenturen, Reiseveranstalter, Reisebüros, Veranstaltungszentren, Messegesellschaften, Konzertveranstalter sowie weitere Unternehmen der Livekommunikation. Gerade in diesen Bereichen seien Arbeitszeiten häufig von den besonderen Anforderungen von Veranstaltungen, Saisonverläufen oder kurzfristigen Kundenanforderungen geprägt.
Nach Auffassung des Bündnisses würde eine Orientierung an den bestehenden europäischen Regelungen mehr Handlungsspielräume schaffen, ohne die geltenden Schutzstandards für Beschäftigte grundsätzlich infrage zu stellen. Mit der Kampagne wollen die Verbände die politische Debatte über die geplante Reform begleiten und weitere Organisationen für eine Unterstützung der Initiative gewinnen.
Das Bündnis erstreckt sich derzeit über folgende Verbände:
- asr Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e.V.
- AUMA – Verband der deutschen Messewirtschaft
- BDKV Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V.
- Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD)
- Bundesverband der Deutschen Incoming-Unternehmen e.V.
- Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V. | BTW
- Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe e.V. (BDT)
- Deutscher Caravaning Handels-Verband e.V.
- Deutscher Hotellerie- und Gastronomieverband e.V. (DEHOGA Bundesverband)
- DRV Deutscher Reiseverband e.V.
- EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.
- Hotelverband Deutschland (IHA) e.V.
- LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm)
- Verband Deutsches Reisemanagement e.V. | VDR
- VDVO – Verband der Veranstaltungsorganisatoren e.V.























