Die Messe Berlin begrüßt die vom Land Berlin vorgestellte Zukunftsperspektive für das Internationale Congress Centrum (ICC) Berlin. Mit der Auswahl eines Bieterkonsortiums, das das denkmalgeschützte Gebäude zu einem Zentrum für Kunst, Kultur, Innovation und Kreativwirtschaft entwickeln möchte, erhalte eine der bekanntesten Berliner Locations eine neue Entwicklungsperspektive.
2024 hatte Berlin ein Konzeptverfahren für das Internationale Congress Centrum gestartet. Nun wurde eine offizielle Vergabeempfehlung für die „Projektpartnerschaft Quartier ICC“ ausgesprochen. Das Konzept verfolgt das Ziel, das ICC zu einem Standort für Kunst-, Kultur und Innovationen zu entwickeln. Die bisherige monofunktionale Nutzung als Kongresszentrum soll durch ein vielfältiges und dauerhaft für Berliner und Gäste der Hauptstadt öffentlich zugängliches Quartier ersetzt werden, das an sieben Tagen in der Woche belebt ist.
Vorgesehen sind fünf zentrale Nutzungsbereiche: Der große Saal soll künftig flexibel für Konzerte, Veranstaltungen und weitere Formate genutzt werden. Saal 2 will man zu einem eigenständigen, offenen Ausstellungs- und Erlebnisraum weiterentwickeln. Das Mittelfoyer sowie weitere Bereiche sind für Gastronomie, Bars, Studios, Galerien und kulturelle Nutzungen vorgesehen. Herzstück des neuen Konzepts wird eine öffentlich zugängliche Passage im Erdgeschoss, die das Gebäude künftig von Nord nach Süd durchquerbar macht. Auf den an das ICC angrenzenden Grundstücken Messedamm 9 und Messedamm 11 sind Neubauten vorgesehen, die das ICC städtebaulich mit seiner Umgebung verbinden und neue Adressen am Messedamm schaffen. Am Messedamm 9 (dem heutigen Parkplatz) soll ein Hochhaus mit Hotel-, Wohn-, Büronutzungen entstehen.
Mit den nun bevorstehenden Verhandlungen zur Exklusivitätsvereinbarung und der darauffolgenden Anhandgabephase beginnt die nächste Etappe auf dem Weg zur Wiederbelebung des ICC. Ziel ist es, bis 2028 die Voraussetzungen für die Vergabe der Erbbaurechte zu schaffen. Erste Baumaßnahmen könnten ab 2029 beginnen, eine schrittweise Inbetriebnahme des neuen Quartiers wird ab 2032/2033 angestrebt.
„Die Zukunft des ICC ist auch für den Messestandort Berlin von großer Bedeutung“, sagt Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin. „Mit dem vorgestellten Konzept entsteht ein lebendiges Quartier, das neue Besuchergruppen anzieht und dem gesamten Umfeld neue Dynamik verleiht. Davon profitiert nicht nur das ICC selbst: Die Entwicklung stärkt den Berliner Westen, belebt das Umfeld und schafft neue Verbindungen zum Messegelände. Zusammen mit dem von der Messe geplanten Kongresszentrum dock9 entsteht hier ein attraktiver Standort für Kultur, Innovation, Kreativwirtschaft und internationale Veranstaltungen.“
Das ICC und das Messegelände sind historisch eng miteinander verbunden. Über Jahrzehnte war das ICC ein zentraler Bestandteil des Berliner Messe- und Kongressstandorts. Seit der Einstellung des regulären Betriebs im Jahr 2014 befindet sich das Gebäude im sogenannten Stillstandsbetrieb. Im Auftrag des Landes Berlin übernimmt die Messe Berlin seitdem die laufende Sicherung und Instandhaltung des denkmalgeschützten Bauwerks.























