Start Business b.connect startete Ownership Forum als neues Dialogformat

b.connect startete Ownership Forum als neues Dialogformat

6

Mit dem Ownership Forum 2026 hat der Business Club b.connect, erster Business Club in der Veranstaltungswirtschaft, Neuland beschritten und in den Räumen der internationalen Wirtschaftskanzlei Clifford Chance in Frankfurt rund 50 Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft zusammengebracht. Neben Vertretern aus Messegesellschaften, Event- und Messe-Services, Agenturen und Verbänden nahmen auch Investoren, Banker und Juristen an dem neuen Dialogformat teil, das sich zentralen Zukunftsfragen der Branche widmete. Im Mittelpunkt standen Beteiligungskapital, Nachfolgeregelungen, Mergers & Acquisitions sowie strategische Optionen für Wachstum und Konsolidierung. Ziel war es, unternehmerische Perspektiven mit der Sicht von Finanzierungspartnern und Kapitalgebern zusammenzuführen.

Zum Auftakt ordneten die Moderatoren Dr. Markus Eisele und Peter Blach, die beiden Gründer von b.connect, das Thema Ownership als einen der entscheidenden Hebel für die weitere Entwicklung der Veranstaltungswirtschaft ein. Angesichts eines sich wandelnden Marktumfelds, steigender Anforderungen auf Kundenseite und zunehmender Konsolidierung gewinne die Frage nach Kapitalstruktur, Nachfolge und strategischer Positionierung weiter an Bedeutung.

Den inhaltlichen Einstieg bildete ein Fireside Chat mit Dr. Moritz Petersen von Clifford Chance und Carsten Hagenbucher von Charterhouse Capital. Im Gespräch ging es um die Perspektive institutioneller Investoren auf die Veranstaltungsbranche. Diskutiert wurden unter anderem die Rolle von Private Equity, typische Strukturen von Verkaufsprozessen sowie Kriterien, die im Investmentprozess eine zentrale Rolle spielen. Dabei wurde deutlich, dass professionelle Vorbereitung, transparente Datenlage und ein belastbares Managementteam wesentliche Voraussetzungen für erfolgreiche Transaktionen sind. Ebenso thematisiert wurden Optionen für einen späteren Weiterverkauf und die strategische Weiterentwicklung von Beteiligungen.

Der Ownership Summit von b.connect fand bei Clifford Chance in Frankfurt statt

Im Anschluss rückte mit einem Praxisbeispiel die unternehmerische Realität in den Fokus. Vorgestellt wurde der Zusammenschluss von Zeeh Design und der Brace Group – bestehend aus den Unternehmen Schendel & Pawlaczyk, conform und MMD –, der im Rahmen eines Add-on-Investments durch Hannover Finanz realisiert wurde. Entstanden ist eine Plattform im Premiumsegment für Messebau, Event und Ausstattung für dreidimensionale Markenauftritte und Kommunikation im Raum. Die jeweiligen Marken bleiben unter der Führung ihrer Management-Teams operativ eigenständig.

Julian Hauser und Sebastian Vogel von Zeeh Design sowie Jörn Goesmann und Ralf Meyer von der Brace Group schilderten gemeinsam mit Goetz Hertz-Eichenrode von Hannover Finanz ihre Erfahrungen aus dem Beteiligungsprozess. Diskutiert wurden strategische Ziele einer Buy-and-Build-Strategie, Fragen der Integration sowie der Erhalt unternehmerischer Kultur. Dabei ging es auch um konkrete Synergiepotenziale, etwa im Vertrieb, im Einkauf oder in der Produktion, sowie um Selektionskriterien für künftige Add-on-Akquisitionen. Ein weiterer Aspekt war die veränderte Marktpositionierung angesichts einer Entwicklung hin zu weniger, aber qualitativ hochwertigeren Auftritten im Livebereich.

Ein weiterer Themenblock widmete sich der operativen Umsetzung von Transaktionen. Dr. Moritz Petersen und Otmar Debald von 4P Capital gaben Einblicke in typische Phasen eines M&A- oder Beteiligungsprozesses. Das reicht von der strategischen Vorbereitung über die Due Diligence bis hin zu Vertragsverhandlungen. Dabei wurden typische Fehler auf Verkäuferseite ebenso angesprochen wie die Bedeutung von Timing, klarer Strukturierung und realistischem Erwartungsmanagement. Aus Investorensicht, so die Diskussion, spielen neben Kennzahlen insbesondere Skalierbarkeit, Marktposition und Qualität des Managements eine entscheidende Rolle. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die „Story“ auf Verkäuferseite.

Im abschließenden Panel kamen Unternehmer, Investoren und Finanzierungspartner erneut gemeinsam zu Wort. Neben den Vertretern der Brace Group und Hannover Finanz beteiligten sich Alexander Geck von der Volksbank Darmstadt Mainz, Otmar Debald sowie Dr. Moritz Petersen an der Diskussion. Im Mittelpunkt standen Fragen nach dem richtigen Zeitpunkt für Beteiligungskapital, nach strukturierten Nachfolgelösungen und nach Alternativen zwischen Familiennachfolge, Management-Buy-out und Verkauf an einen Investor. Auch Fragen aus dem Publikum, zum Beispiel zur Rolle der „Hausbanken“, wurden aufgegriffen und vertieft.

Mit der Premiere des Ownership Summit setzt b.connect ein Signal für eine intensivere Auseinandersetzung mit Kapital- und Strukturfragen in der Veranstaltungswirtschaft. Nach dem positiven Echo der Teilnehmer wird innerhalb des Netzwerks bereits darüber nachgedacht, das Format künftig im Jahreswechsel regelmäßig zu etablieren. Ziel bleibt es, eine Plattform für strategische Zusammenarbeit, Kapitalzugang und nachhaltige Unternehmensentwicklung zu bieten.