Die Messe Düsseldorf bereitet für 2027 ihre erste eigene Fachveranstaltung in Marokko vor. Gemeinsam mit der Fédération Nationale de l’Agroalimentaire (Fenagri), dem nationalen Verband der marokkanischen Lebensmittelindustrie, soll eine neue Plattform für die Lebensmittel- und Verpackungsbranche entstehen. Mit dem Markteintritt erweitert die Messegesellschaft ihre Aktivitäten in der MENA-Region und baut zugleich ihr internationales Veranstaltungsportfolio aus.
Die geplante Messe knüpft an die bisherige Entwicklung der Messe Düsseldorf in der Region an. 2019 gründete die Gesellschaft die interpack Middle East Africa. 2021 folgte die Beteiligung an der Food Africa in Kairo. Während die Aktivitäten zunächst einen Schwerpunkt auf Verpackungslösungen legten, wurde das Engagement anschließend auf die Lebensmittelindustrie ausgeweitet. Marokko soll nun einen weiteren Zugang zu den Märkten Nord- und Westafrikas schaffen.
Für die Messegesellschaft ist dabei die wirtschaftliche und geografische Position des Landes relevant. Marokko hat sich zu einem Industriestandort mit engen Handelsbeziehungen zu Europa und Afrika entwickelt. Bis 2028 werden Wachstumsraten von 4,5 bis 5 Prozent erwartet. Investitionen in Infrastruktur, Industrie und Energie sowie bestehende Freihandelsabkommen unterstützen die wirtschaftliche Vernetzung des Landes.
Für die geplante Fachveranstaltung ist insbesondere die Entwicklung der Lebensmittelindustrie von Bedeutung. Marokko exportiert unter anderem Obst und Gemüse, verarbeitet Lebensmittel und Meeresfrüchte. Gleichzeitig besteht ein hoher Importbedarf bei Getreide, Speiseölen, Futtermitteln und Milchprodukten. Mehr als 60 Prozent der Lebensmittelimporte und -exporte werden mit der EU abgewickelt. Weitere Handelsbeziehungen bestehen unter anderem mit Großbritannien, den USA, der Türkei, Subsahara-Afrika und der MENA-Region.
Mit dem Wachstum der Lebensmittelproduktion steigt nach Einschätzung der Messe Düsseldorf auch der Bedarf an Lösungen für Verarbeitung und Verpackung. Die geplante Messe soll Anbieter dieser Bereiche mit Unternehmen aus dem marokkanischen Markt und angrenzenden Regionen zusammenbringen.
Fenagri übernimmt beim Aufbau der Veranstaltung eine zentrale Rolle. Der Verband arbeitet im Auftrag des marokkanischen Ministeriums für Industrie und Handel, vereint 15 Branchenverbände und mehr als 2.600 Unternehmen. Nach Angaben von Fenagri repräsentiert er damit rund 40 bis 50 Prozent des marokkanischen Marktes. Die Partnerschaft soll den Marktzugang und die Einbindung der nationalen Wertschöpfungskette unterstützen.























