Rund 330 Gäste folgten am 9. Juni der Einladung des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA zum MesseTreff26 in Berlin. Unter ihnen waren führende Köpfe der deutschen Messebranche sowie Vertreter aus Politik, Medien, Ministerien und Verbänden. Gemeinsam würdigten sie die Messewirtschaft als Motor für Innovation, Austausch und wirtschaftliche Dynamik. Mit jährlich rund 30 Milliarden Euro gesamtwirtschaftlichen Effekten, mindestens 280.000 Arbeitsplätzen und über 5,4 Milliarden Euro Steuereinnahmen ist sie ein zentraler Pfeiler des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
In der Strandbar des Sage-Clubs in Berlin-Kreuzberg begrüßte AUMA-Vorsitzender Philip Harting die Gäste. Ein besonderes Willkommen richtete er an Martina Englhardt-Kopf, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: „Danke, dass in Ihrem Ministerium die Notwendigkeit erkannt wurde, dass Exportförderung auf Auslandsmessen ein wesentlicher Treiber für Produktion und Arbeitsplätze in Deutschland ist.“ Englhardt-Kopf betonte in ihrer Keynote die Bedeutung von Messen als Plattformen für Export, Mittelstandsförderung und internationale Vernetzung. Sie hob die Verantwortung der Politik hervor, dafür verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen: „Export bedeutet für uns Wertschöpfung, Wohlstand und die Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland.“
Konkret benannte die Parlamentarische Staatssekretärin die gezielte Stärkung des Auslandsmesseprogramms: Mit der Aufstockung der Mittel sollen vor allem kleine und mittlere Unternehmen besser dabei unterstützt werden, internationale Märkte zu erschließen, neue Absatzchancen zu nutzen und so Wertschöpfung in Deutschland zu sichern: „Wir haben eine Erhöhung auf 12,5 Millionen Euro im Bundeslandwirtschaftsministerium und möchten hier weiter stärken und dann entsprechend unterstützen.“
Harting machte deutlich, dass weiterer Handlungsbedarf besteht. Geplante Kürzungen im Auslandsmesseprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums sowie ein über Jahre nicht an die Inflation angepasster Etat belasten die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Bis zu 5.000 Unternehmen jährlich nutzen die Förderung, seit 1949 waren es mehr als 215.000 kleine und mittlere Unternehmen.
Der AUMA hat derweil die Schlussrechnung für das Messejahr 2025 vorgelegt: Die zentralen Kennzahlen bei Besuchern, Ausstellern und Standfläche liegen noch leicht im Plus. Doch erste Warnsignale zeichnen sich ab. „Nun drehen sich erste Kennziffern im hinter uns liegenden messestarken ersten Quartal 2026 ins Minus“, machte Harting deutlich. Die Branche zeige sich resilient und international stark positioniert, obwohl steigende Standortkosten und bürokratische Hürden insbesondere die ausstellende Wirtschaft belasten. Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Messen nachhaltig zu sichern, brauche es gezielte politische Maßnahmen – von stärkeren Messeförderprogrammen über schnellere Visa-Verfahren bis hin zu weniger Bürokratie.
„Doch die Wirtschaftsflaute in Deutschland sorgt für immer mehr Vorsicht und Zurückhaltung – vor allem bei der deutschen ausstellenden Wirtschaft. Eine echte Wirtschaftspolitik für die heimischen Unternehmen muss bis zum Jahresende spürbar werden.“ Mit intensiven Gesprächen, persönlichem Austausch und zahlreichen neuen Impulsen für die Branche klang der MesseTreff26 aus.























