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Messe Frankfurt: Rückgang im Inland, Zuwachs im Ausland

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Die Messe Frankfurt hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von rund 766 Mio. Euro abgeschlossen und damit trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds ein hohes Niveau gehalten. Gegenüber dem Vorjahr mit 775 Mio. Euro entspricht dies nur einem moderaten Rückgang. Wesentlich stärker als die Umsatzentwicklung fällt jedoch die Verbesserung zentraler Finanzkennzahlen ins Gewicht. Das Unternehmen sieht sich deshalb gut aufgestellt, um auch in einem von geopolitischen Unsicherheiten, schwächerem Welthandel und konjunkturellen Belastungen geprägten Umfeld handlungsfähig zu bleiben.

Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, bezeichnete die Unternehmensgruppe auf der Jahres-Pressekonferenz als wirtschaftlich solide und verwies zugleich auf die veränderten Marktbedingungen. Messen seien stets ein Spiegel der wirtschaftlichen Entwicklung. Die aktuellen Krisen und die schwächere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und Europa wirkten sich zunehmend auch auf die Leitmessen aus.

Wolfgang Marzin (Foto: Messe Frankfurt)
Wolfgang Marzin (Foto: Messe Frankfurt)

Trotz dieser Rahmenbedingungen gelang es der Messe Frankfurt, ihre internationale Position weiter auszubauen. Besonders deutlich wird dies beim Auslandsanteil am Konzernumsatz. Während im Inland rund 398 Mio. Euro (2024: rund 432 Mio. Euro) erwirtschaftet wurden, entfielen etwa 368 Mio. Euro (2024: rund 343 Mio. Euro) auf das Auslandsgeschäft. Der internationale Umsatzanteil stieg damit auf 48 Prozent. Zugleich verbesserten die ausländischen Tochtergesellschaften ihr Ergebnis vor Konsolidierung von 53,8 Mio. Euro auf 71,4 Mio. Euro. Die internationale Aufstellung entwickelt sich damit zunehmend zu einem Stabilitätsfaktor für die Unternehmensgruppe.

Noch deutlicher zeigt sich die positive Entwicklung bei der Finanzstruktur. Das Eigenkapital erhöhte sich auf 649,3 Mio. Euro. Gleichzeitig wurden langfristige Darlehen in Höhe von 125,9 Mio. Euro zurückgeführt. Dadurch sank die Gesamtverschuldung auf 460 Mio. Euro. Der Verschuldungsgrad verringerte sich von rund 100 Prozent auf 71 Prozent, während die Eigenkapitalquote auf etwa 52 Prozent stieg. Die Messe Frankfurt verfügt damit über deutlich größere finanzielle Spielräume für Investitionen und mögliche Krisensituationen.

Auch operativ entwickelte sich das Geschäft positiv. Weltweit wurden 2025 insgesamt 349 Veranstaltungen durchgeführt. Die Zahl der Besucher stieg auf 4,8 Millionen. Allein die eigenen Messen und Gastveranstaltungen zogen rund vier Millionen Besucher an und lagen damit über dem Vorjahreswert von 3,9 Millionen. Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählten die Aktivitäten in Asien mit den Standorten China, Indien, Japan und Korea sowie die Entwicklung des Standorts Dubai.

Für die Zukunft setzt die Messe Frankfurt auf mehrere strategische Hebel. Dazu gehören die Digitalisierung, der Ausbau internationaler Geschäftsfelder und Investitionen in Nachhaltigkeit. Rund 80 Mio. Euro investierte die Unternehmensgruppe 2025, davon etwa 45 Mio. Euro in digitale Projekte. Im Mittelpunkt steht das Transformationsprogramm „Progress“, mit dem Prozesse modernisiert und neue digitale Angebote geschaffen werden sollen. Gleichzeitig werden am Standort Frankfurt infrastrukturelle Projekte umgesetzt, darunter der neue Messeeingang an der Europa-Allee sowie die Erweiterung der Via Mobile.

Der Blick auf das laufende Geschäftsjahr und darüber hinaus fällt trotz der schwierigen Rahmenbedingungen optimistisch aus. Die großen Frankfurter Leitmessen verzeichnen weiterhin hohe Zufriedenheitswerte bei Besuchern und Ausstellern. Für 2026 sind am Standort Frankfurt bereits 216 Gastveranstaltungen gebucht. International plant die Messe Frankfurt weltweit 359 Veranstaltungen. Bis 2027 sollen zudem 20 neue Messen hinzukommen.

Wachstumschancen sieht das Unternehmen insbesondere im Ausland. Neue Formate wie die Val:ue Milan für hochwertige Bekleidungstextilien oder der Beautyworld Summit in Grasse sollen zusätzliche Märkte erschließen. Auch in Indien wird das Portfolio erweitert. Zudem wächst die internationale Präsenz etablierter Marken weiter. So wird die Automechanika mit ihrer Premiere in Jakarta künftig in 16 Ländern vertreten sein.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass die Messe Frankfurt ihre Abhängigkeit vom deutschen Markt schrittweise reduziert und ihre internationale Basis verbreitert. Die Kombination aus finanzieller Stabilität, Investitionen in digitale Transformation und dem Ausbau globaler Veranstaltungsformate dürfte daher auch in den kommenden Jahren die Grundlage für weiteres Wachstum bilden.