Ob ChatGPT, Gemini, Perplexity, Grok, Claude & Co: Auch im B2B-Bereich setzen Marketer bei der Strategieentwicklung zunehmend auf Künstliche Intelligenz. Das zeigt eine aktuelle Umfrage, die OMD e2b gemeinsam mit dem Business-Netzwerk LinkedIn bereits zum zweiten Mal nach 2024 in Deutschland durchgeführt und dazu 500 B2B-Marketingentscheider zur Nutzung von KI-Anwendungen im Marketing befragt hat.
Die Entscheider legen in der Studie gegenüber KI weiterhin eine ambivalente Haltung an den Tag. So bezeichnen 40 Prozent der Befragten KI als die zentrale Herausforderung für ihr Marketing schlechthin – das entspricht einem Anstieg von elf Prozentpunkten gegenüber 2024. Gleichzeitig setzen aber auch bereits 29 Prozent der B2B-Entscheider bei der Entwicklung ihrer Marketingstrategien auf KI – das sind zehn Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren. Die Unternehmen verstehen KI also zunehmend als strategisches Werkzeug und Enabler und immer weniger als Bedrohung.
Besonders häufig kommt KI bei Markt- und Wettbewerbsanalysen zum Einsatz. 47 Prozent der Befragten setzen KI ein, um Trends zu identifizieren oder um den Wettbewerb zu screenen. Fast ebenso viele (46 Prozent) nutzen KI-Anwendungen zur Konzeption von Kampagnen, also beispielsweise zur Ideenfindung oder zur Entwicklung kreativer Leitmotive. Für 45 Prozent wiederum ist KI Mittel zum Zweck, um Zielgruppen zu segmentieren und Buyer Personas zu erstellen oder um Customer Journeys zu analysieren.
Während KI-Anwendungen also immer häufiger sinnvoll in bestehende Strategieprozesse integriert werden, verlieren klassische und lang etablierte Methoden bei der Strategieentwicklung zunehmend an Relevanz. So greifen B2B-Marketingverantwortliche seltener auf Marktanalysen (-9 Prozentpunkte) zu und gehen weniger auf Messen (-12 Prozentpunkte) oder Branchenevents (-6 Prozentpunkte).
„KI reduziert zwar den Bedarf an reiner Analysearbeit, ein Selbstläufer ist es jedoch nicht. Im Gegenteil: Gerade in komplexen B2B-Märkten mit langen Investitionszyklen, unterschiedlichen Buying Centern und branchenspezifischen Besonderheiten zeigt KI bei der strategischen Interpretation häufig noch Schwächen. Es ist auch künftig unerlässlich, zuverlässige und auf den speziellen Bedarf ausgerichtete Daten zu erheben, zu bewerten und in den richtigen Kontext zu setzen. Weiter sind eine fundierte Marktkenntnis und ein klares Business-Verständnis unersetzlich, um aus Erkenntnissen tragfähige Strategien abzuleiten. Das heißt: Nicht die Nutzung von KI allein wird künftig den Unterschied machen, sondern die Fähigkeit, Technologie, Daten und menschliche Expertise sowie Empathie & Emotionen wirksam miteinander zu verbinden“, sagt Petra Strauss, Managing Partner und B2B Business Lead bei OMD e2b. Für die Studie befragte OMD Insights mit Unterstützung von LinkedIn im Zeitraum vom 26. Mai bis 1. Juni 2026 insgesamt 500 B2B-Marketingentscheider in Deutschland.























