Start Business bvik zieht Bilanz zum Tag der Industriekommunikation 2026

bvik zieht Bilanz zum Tag der Industriekommunikation 2026

131

Der Bundesverband Industriekommunikation bvik veranstaltete am 25. Juni den Tag der Industriekommunikation (TIK) 2026 in Fürstenfeldbruck. Mit dabei waren 320 Teilnehmer, 27 Speaker und Unternehmen wie Phoenix Contact, Bosch, Bühler, Testo Saveris oder Gebrüder Weiss. In seinem Fazit stellt der Verband den Branchentreff unter das Leitmotiv „Aufbruchsstimmung“: Die Frage sei nicht mehr, ob die Branche KI nutze oder ob sich B2B-Marketing grundlegend verändern müsse – die Frage sei, wer die Veränderung gestalte und welche Wege zum Erfolg führten.

Tag der Industriekommunikation 2026 (Fotos: ClicClic by PP PicturePartners)Business Futurist Sven Göth legte Zahlen vor: Buying Center im B2B wachsen auf sechs bis zehn Entscheider. Käufer verbringen nur noch rund 17 Prozent ihrer Entscheidungszeit im direkten Kontakt mit Anbietern – der Rest sei eigenständige Recherche in Content-überfluteten Kanälen. Wer in Zeiten von KI-Suche noch durchdringen möchte, brauche Strategie, Daten und radikale Kundenzentrierung. Und er machte den Zuhörern Mut: „Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich.“

Marketing entwickelt sich demnach vom Kommunikationsbereich zum Betriebssystem des Unternehmens. Es muss Strategie für Mitarbeitende und Markt übersetzen, Vertrieb und Produktmanagement involvieren, Daten nutzbar machen und gleichzeitig KI sinnvoll integrieren.

Tag der Industriekommunikation 2026 (Fotos: ClicClic by PP PicturePartners)Dass die Branche diesen Wandel ernst nimmt, zeigen die Zahlen: Laut erster Auswertung der bvik-Studie „B2B-Marketing-Budgets 2026“ planen mehr als vier von fünf Unternehmen, gezielt in KI und generative KI für Marketingprozesse zu investieren. Knapp 70 Prozent wollen KI-Agenten und automatisierte Workflows einführen. Kai Halter, Vorstandsvorsitzender des bvik und Vice President Marketing bei ebm-papst: „Relevanz, Mindset, Wissen, Kollaboration – das sind die eigentlichen Hebel.“ KI ersetze keine fehlende Positionierung, keine unklaren Prozesse, kein fehlendes Know-how und keine schwache Marke.

Kerstin Löffler, Head of Global Marketing BU Pharma bei Testo Saveris, zeigte anhand eines fünfstufigen Go-to-Market-Modells, wie Marketing, Sales und Produktmanagement aus dem Nebeneinander in echte Kollaboration finden. Ihr zentrales Argument: CRM, Transparenz und gemeinsame Ziele sind keine Optionen, sondern Voraussetzungen. Nur etwa acht Prozent der Unternehmen verfügen heute laut Löffler über eine abgestimmte Marketing-Sales-Alignment-Organisation obwohl koordinierte Teams nachweislich deutlich höhere Abschlussquoten erzielen.

Tag der Industriekommunikation 2026 (Fotos: ClicClic by PP PicturePartners)Sabine Gromer, Transformationsarchitektin und Gründerin von MagnoliaTree, forderte einen grundlegenderen Blick auf das Thema Future Readiness von Menschen und Organisationen: „Zukunftsfähigkeit ist auch die Fähigkeit, seine Meinung schneller zu ändern als der Markt seine Realität. Deshalb müssen wir lernen, in Szenarien zu denken und uns neue Zukünfte vorzustellen. Sonst sind wir in absehbarer Zeit obsolet.“ Adaption gelinge nur, wenn Unternehmen ihren Handlungsspielraum erweitern und die Haltung von ‚Ja, aber‘ zu ‚Ja, und‘ verändern. Wandel brauche Mission, Fähigkeiten und echte Beteiligung. Nicht Effizienz allein, sondern nachhaltiges Wachstum und Bedeutsamkeit. Würde, so Gromer, sei dabei kein weiches Konzept, sondern Voraussetzung dafür, dass Menschen Wandel mittragen.

Der Tag der Industriekommunikation 2026 setzte laut bvik bewusst auf fachliche Tiefe mit Fokus auf die Industrie: ein gemeinsames Bühnenprogramm, Silent Listening Sessions für vertiefende Gespräche, Zeit für Networking und eine Dramaturgie, die Impuls und Austausch als untrennbar begreifen sollte.