„Inszenierung ist kein Luxus“ – diese These vertritt Jonathan Schwarz, Managing und Creative Director von Live Lab, in einem Blog-Beitrag und geht der Frage nach, welche Rolle Dramaturgie und emotionale Wirkung in der Live-Kommunikation spielen. Im Mittelpunkt steht die These, dass Veranstaltungen nicht allein über Inhalte und Informationen wirken, sondern vor allem über Erlebnisse, die beim Publikum emotionale Resonanz auslösen.
Live Lab beschreibt Dramaturgie als strategisches Werkzeug, das Aufmerksamkeit lenkt, Inhalte strukturiert und Erinnerungen schafft. Während viele Veranstaltungen fachlich und organisatorisch umfassend vorbereitet seien, ist die Wirkung häufig begrenzt, wenn Inhalte nicht emotional verankert werden. Gerade im Live-Kontext werden Informationen nicht nur vermittelt, sondern unmittelbar erlebt.
Zur Einordnung verweist der Beitrag auf Erkenntnisse aus Kognitionsforschung und Neuroökonomie. Unter anderem wird der Neurowissenschaftler Antonio Damasio genannt, der in seinem Buch „Descartes’ Error“ den Zusammenhang zwischen Emotion und Entscheidungsfähigkeit untersucht hat. Demnach sind Emotionen keine Ergänzung rationaler Prozesse, sondern eine Voraussetzung für Entscheidungen. Für Events bedeute dies, dass reine Informationsvermittlung oft nicht ausreiche, um nachhaltige Wirkung oder Veränderung auszulösen.
Ein Beispiel sind Unternehmensveranstaltungen, bei denen Strategien vor allem über Zahlen, Charts und Präsentationen kommuniziert werden. Ohne emotionale Verbindung bleibt die Erinnerung an Inhalte häufig begrenzt. Dramaturgie soll deshalb Inhalte mit Atmosphäre, Raum und Inszenierung verbinden.
Zugleich wird die Rolle des Publikums hervorgehoben. Anders als in vielen anderen Kommunikationsformaten beeinflusst das Publikum den Verlauf eines Live-Moments aktiv mit. Gute Inszenierung schafft dabei den Rahmen für Aufmerksamkeit, Verbindung und spontane Reaktionen.
Wie Inszenierung konkret entsteht und was sie von bloßer Dekoration unterscheidet, darüber spricht Jonathan Schwarz begleitend zum Beitrag im Bla Bla Lab Podcast Regie für die Wirklichkeit – warum Inszenierung kein Luxus ist mit Nadine Imboden, Regisseurin, Choreografin und kreative Unternehmerin mit über 540 Produktionen auf vier Kontinenten.






















