Start Allgemein Textile Markenarchitektur auf dem Mobile World Congress

Textile Markenarchitektur auf dem Mobile World Congress

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Der Mobile World Congress, kurz MWC, gilt als eine der zentralen Plattformen der internationalen Mobilfunkbranche. Mehr als 100.000 Fachbesucher und über 2.000 Aussteller kommen jährlich in Barcelona zusammen, um neue Technologien und Geräte vorzustellen. Beim MWC nutzte Samsung die Messe, um unter dem Leitmotiv „Galaxy AI is here“ eine neue Generation KI-gestützter Smartphones erstmals einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren.

Der Messeauftritt entstand auf einer Fläche von 1.744 Quadratmetern als sogenannte Galaxy Experience. Das Standkonzept wurde von Cheil Germany entwickelt und von Tünnissen Messebau umgesetzt. Ein prägendes architektonisches Element bildete ein großformatiger textiler Deckenhänger, der von hms design solutions aus Heilbronn entwickelt wurde. Die technische Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit eventplanung darge. Die Konstruktion überspannte mit einer Länge von 27 Metern und einer Breite von 14 Metern den zentralen Präsentationsbereich des Messestands.

Gestalterisch war der Deckenhänger als weit auskragender rechteckiger Körper ausgeführt, der sich nach unten hin verjüngte. Die Form erinnerte an ein vierseitiges Prisma und erzeugte trotz der Größe eine schwebende Wirkung über der Aktionsfläche. Die umlaufende textile Bannerfläche bildete eine geschlossene Markenfläche für beleuchtete Schriftzüge von Samsung und Galaxy. Durch die geneigten Seitenflächen entstand zusätzliche räumliche Tiefe, die den Stand in der Messehalle visuell fasste und aus größerer Entfernung sichtbar machte. Gerade auf stark frequentierten Leitmessen wie dem MWC spielen solche Elemente eine wichtige Rolle für Orientierung und Markenwahrnehmung.

Gefertigt wurde die Konstruktion als individuelle Sonderlösung aus Aluminiumprofilen mit spannungsfrei konfektionierter Textilbespannung. Eine zentrale Herausforderung bestand darin, die sich verjüngende Geometrie präzise umzusetzen und gleichzeitig eine ruhige Linienführung zu gewährleisten. Parallel dazu mussten statische Anforderungen für die großformatige Hängekonstruktion erfüllt werden. Die Tragstruktur verband Ober- und Untergurt über Querstreben sowie speziell entwickelte dreidimensionale Verbindungselemente. Ergänzt wurde das System durch CNC-gefertigte Komponenten und individuell entwickelte Verbinder aus dem 3D-Prototyping. Dadurch ließ sich die Formstabilität der Konstruktion sichern, während der textile Aufbau eine vergleichsweise leichte Anmutung behielt.

Für hms design solutions steht das Projekt beispielhaft für den Einsatz textiler Architektur im Messebau. Solche Deckenlösungen definieren Räume, dienen der Markeninszenierung und lassen sich modular sowie wiederverwendbar einsetzen. Gleichzeitig ermöglichen sie großformatige Konstruktionen bei vergleichsweise geringem Gewicht. Der Rückblick auf den Messeauftritt in Barcelona zeigt damit auch, welche Rolle textile Sonderkonstruktionen bei der räumlichen Gestaltung internationaler Technologiemessen spielen können.