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Corporate- und Event-Podcasts werden immer beliebter

Podcasts sind weiter auf dem Vormarsch: Jeder vierte Bundesbürger (26 Prozent) zählt laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom zu den Nutzern. Tendenz steigend. Vor allem Jüngere greifen gern auf Podcasts zu. Mehr als jeder Dritte zwischen 16 und 29 Jahren (35 Prozent) gibt dies an. Luft nach oben gibt es auch noch: 70 Prozent der für die Studie Befragten hören nach eigenen Angaben noch keine Podcasts.

Besonders beliebt bei Podcast-Hörern sind die Themen Nachrichten und Politik (45 Prozent). Bei der Dauer eines Podcast favorisiert die Mehrheit der Hörer eher kurze Shows. So gibt die Hälfte (49 Prozent) an, dass ein Podcast idealerweise zwischen fünf und zehn Minuten sein sollte, fünf Prozent mögen sogar noch kürzere Podcasts. Ein Viertel (24 Prozent) mag Sendungen mit einer Länge bis 15 Minuten. Für nur sieben Prozent liegt die bevorzugte Dauer über 60 Minuten. Der Durchschnittswert liegt bei 13 Minuten.

Ähnliche Eindrücke und Zahlen ermittelte die Radiozentrale – eine gemeinsame Organisation führender Privatradio-Unternehmen und dem öffentlichen-rechtlichen Rundfunk. In der Studie „Spot on Podcast“ heißt es, dass Podcasts „nicht neu sind, aber auch in Deutschland immer beliebter werden“. Die Angebotsvielfalt des downloadbaren Online-Audioformates wird dafür ständig um neue Inhalte erweitert. 31 Prozent der Nutzer befinden sich im Alter von 14-29 und sogar 40 Prozent zwischen 30-49 Jahren. Mit 29 Prozent ist jeder dritte Hörer älter als 50 Jahre.

Kurz beschrieben ist ein Podcast ein digitaler Radiobeitrag auf Abruf (die Bezeichnung setzt sich wohl aus dem Namen von Apples iPod und Broadcast zusammen, dem englischen Begriff für Rundfunk oder Sendung). Er wird on demand zu individuellen Zeiten genutzt – häufig mobil. Und er kann inhaltlich sehr speziell sein, was gerade in den Zeiten häufig gleicher Radioformate offenbar ein wichtiges Kriterium ist. Podcasts gibt es für fast alle Interessen. Dabei ist ein Podcast dennoch ein klassisches Sekundärmedium. Man hört sich die Beiträge an und macht häufig parallel etwas anderes: Sport, Reisen . . .

Für die Nutzung von Podcasts gibt es kaum Einschränkungen. Die Beiträge stehen in der Regel im Web zur Verfügung – entweder auf Anbieterseiten oder bei Anbietern wie Spotify, iTunes oder auch Soundcloud. Die Auslieferung an diese Plattformen erfolgt häufig über Anbieter wie podcaster.de, podigee, Libsyn oder Podbean. Dafür fallen je nach Auftragsumfang monatliche Gebühren an.

In der Regel sind Podcasts als Episoden angelegt, lassen sich – meist kostenlos – abonnieren, können direkt oder nach dem Download angehört werden und benötigen für die mobile Nutzung nicht mehr als ein Smartphone. Damit eignen sich Podcasts für unterschiedlichste Anwendungen und natürlich auch als Medium für die Livekommunikation. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Möglich sind beispielsweise Erstinformation für die Anreise zu einem Event oder Vertiefungen nach einer Präsentation auf dem Heimweg. Einschränkungen sind kaum erforderlich, denn die Produktion von Podcasts ist relativ einfach und mit geringem Kostenaufwand nahezu überall möglich. Viele Unternehmen und Institutionen wie OMR oder dmexco nutzen deshalb Podcasts regelmäßig.

Klar gibt es auch hier ein paar Grundvoraussetzungen für den Erfolg. Sie beschränken sich aber auf das Storytelling, die Themenauswahl und die technische Qualität eines Podcast. Vom Ablauf her ist eine Podcast-Produktion mit der Aufnahme einer Radiosendung zu vergleichen. Dabei muss man dann auch bedenken, wie viele Sprecher es geben soll und ob Gäste dazukommen – live oder per Telefon oder einen Videocall eingebunden. Last but not least kann die Aufnahme dann vor dem Upload noch am PC oder einem Tablet bearbeitet und sogar live gestreamt werden.

Das Equipment für die Produktion eines Podcast ist überschaubar: Mikrofon, Aufnahmemedium – zum Beispiel ein PC oder ein Digitalrecorder – und eine Internetverbindung reichen als Grundausstattung. Damit könnte direkt von einer Veranstaltung gestartet werden. Professioneller wird es dann mit einem Audiobranding, also der eigenen Themenmusik zum Auftakt, Hintergrundmusik während der Podcasts oder kleineren Soundeffekten zwischen den Beiträgen.

Auch bei der technischen Ausstattung sind viele Optimierungen möglich: zum Beispiel durch bessere Mikrofone mit Stativen, kleine Mischpulte, Audioschnittprogramme oder gar die Möglichkeiten eines professionellen Tonstudios. Wir haben uns mal mit den technischen Möglichkeiten beschäftigt und mit dem neuen Zoom PodTrak P4 ein „Schweizer Taschenmesser“ für die Podcast-Produktion angefordert. Das Gerät wurde uns vom Vertrieb Sound Service in Berlin leihweise zur Verfügung gestellt.

Der japanische Hersteller Zoom hat mit seinen Digitalrecordern bereits mehrere professionelle Produkte für die mobile Aufnahme im Portfolio. In der Redaktion nutzen wir beispielsweise seit Jahren Digitalrecorder von Zoom und auch von Tascam. Der PodTrak P4 ist als schnell einsetzbare All-in-one-Lösung für Podcasts konzipiert und kommt Anfang 2021 in den Handel. Das Gerät hat einen integrierten Digitalrecorder und bietet vier XLR-Mikrofonanschlüsse sowie ebenfalls vier Kopfhörerausgänge, alle individuell in der Lautstärke regelbar. Das ist nicht unwichtig, um allen Gesprächsteilnehmern ihren eigenen Soundeindruck zur Verfügung stellen zu können. Die integrierten Mikrofon-Vorverstärker sorgen für eine hochwertige Aufnahme der Sprecher und können mit bis zu 70dB Verstärkung auch mit anspruchsvollen Mikrofonen einen rauscharmen Klang liefern.

Jeder der vier Mikrofonkanäle ist mit eigenem Gain-Regler, einer Mute-Funktion und einer schaltbaren Phantomspeisung ausgestattet, um kanalweise zwischen verschiedenen Mikrofontypen wechseln zu können. Jeder Kanal wird auf einer separaten Spur aufgezeichnet, was die spätere Nachbearbeitung am PC erleichtert. Zusätzlich stellt der P4 aber auch ein Stereosignal zur sofortigen Nutzung bereit.

Alternativ lässt sich der PodTrak P4 über USB an den PC anschließen. Damit ist der P4 dann ein Audiointerface mit zwei Ein/Ausgängen, mit dem der Nutzer alternativ mit dem PC, MAC und iPad aufnehmen oder seinen Podcast direkt streamen kann.

Weiterhin verfügt der PodTrak P4 über vier individuell belegbare Sound-Pads, mit denen Jingles, Musik, Effekte oder auch vorabaufgenommene Interviews per Tastendruck abrufbar sind. Ein Smartphone lässt sich entweder über einen TRRS-Stecker oder drahtlos via Bluetooth anschließen und so ein Gesprächspartner in die Aufnahme mit einbeziehen. Der Bluetooth-Konnektor muss allerdings extra gekauft werden. Für den Telefonteilnehmer steht der Kanal 3 zur Verfügung, der mit einer sogenannten Mix-Minus-Funktion zur automatischen Feedback-Unterdrückung ausgestattet ist. Beim Gesprächspartner wird damit verhindert, dass er sich selbst dann doppelt mit Echoeffekt hört. Auf dem vierten Kanal lassen sich Audiobeiträge oder ein weiterer Gesprächspartner per USB zuschalten respektive die bevorzugte Konferenzsoftware nutzen.

Die Stromversorgung des Zoom PodTrak P4 erfolgt entweder über USB mit einem Netzteil oder verbunden mit einem PC oder mit zwei AA-Batterien. Laut Betriebsanleitung liegt die Betriebsdauer dann abhängig vom Batterietyp bei circa vier Stunden.

In der Redaktion haben wir den PodTrak P4 in Verbindung mit zwei Sennheiser MD 42 Mikrofonen, einem iPhone, Kopfhörern und einem MacBook inklusive Garageband Software genutzt und waren von den erzielten Ergebnissen positiv beeindruckt. Insbesondere der praktische Einsatz erwies sich als völlig unkompliziert. Genutzt haben wir sowohl die Möglichkeit, die einzelnen Beiträge inklusive zugeschaltetem Telefon-Gesprächspartner direkt auf dem PodTrak P4 aufzunehmen als auch die Variante mit angeschlossenem PC zu nutzen. Der P4 nimmt auf SD-, SDHC- und SDXC-Karten mit bis zu 512 GB auf. Wichtig ist bei der Aufnahme, für eine saubere Aussteuerung der einzelnen Kanäle zu sorgen. Übersteuerungen lassen sich hinterher kaum noch ausbessern und sorgen dann für ein reduziertes Audiovergnügen.

Der Zoom PodTrak P4 ist noch nicht lieferbar, wird aber bereits im Fachhandel für einen Bruttopreis von 219 Euro angeboten. Unser Eindruck: Dafür lässt sich das Gerät uneingeschränkt empfehlen – insbesondere auch für weniger versierte Podcaster beziehungsweise als Einstieg in diesen hochinteressanten Bereich.

In Kürze startet der BlachReport seinen eigenen Podcast mit News, Interviews und Gesprächen. Mehr dazu in Kürze.