Start Business degefest-TrendAnalyse „Restart 2021/22“ erschienen

degefest-TrendAnalyse „Restart 2021/22“ erschienen

Zum wiederholten Mal hat der Fachverband degefest (Verband der Kongress- und Seminarwirtschaft) seine Mitglieder befragt und eine Trendanalyse vorgelegt. Rund 42 Prozent (im Vorjahr circa 38 Prozent) der Geschäftsführer und Mitarbeiter in leitenden Funktionen der im Verband organisierten Tagungsstätten (Bildungszentren, Kongress- und Veranstaltungszentren, Tagungshotellerie) haben sich der Befragung gestellt, die zeitlich in die dritte Phase der Covid-19-Pandemie gefallen ist. Die Daten der degefest Studie 2021 wurden analog zum Vorjahr im Rahmen einer Online-Befragung erhoben.

Corona hat zu einer Zäsur im MICE-Business geführt. Gerade in Zeiten des vollständigen Lockdowns widmete sich die Branche verstärkt den digitalen Möglichkeiten. Zwar sind die digitalen Events nichts Neues; bis zur Covid-19-Pandemie wurden sie aber vorwiegend als Ergänzungsangebote zu Präsenzveranstaltungen gesehen. Sie gelten nur bedingt als Ersatz des physischen Zusammenseins der Menschen.

Sicherlich konnten die Veranstaltungshäuser und ihre Kunden durch die virtuellen Formate Erfahrungen sammeln, reale Begegnungen können sie aber nicht ersetzen, heißt es aus dem Verband. Studieninitiator Prof. Dr. Jerzy Jaworski von der Hochschule Heilbronn: „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Veranstaltungshäuser ihre Umsätze primär nicht nur durch die Wissensvermittlung generieren, sondern insbesondere durch Leistungen wie Catering, Veranstaltungs-Dienstleistungen, Übernachtungen, Begleitprogramme und vieles mehr. Finden Präsenzveranstaltungen aufgrund der Pandemie nicht statt und werden diese durch Online-Events ersetzt, wird damit das Kerngeschäft eines jeden Veranstaltungshauses gefährdet.“

Die Covid-19-Pandemie hat nahezu alle Befragten dazu gebracht, sich hinsichtlich digitaler Veranstaltungsformate entsprechende Technik, die dafür benötigte Ausstattung im Haus und das Wissen über die Durchführung anzueignen. Die Veranstaltungshäuser haben in diesem Bereich damit ein hohes Kompetenzniveau erworben. Die Befragten befürchten allerdings, dass die hybriden Veranstaltungen finanziell unrentabel seien, vor allem aber werde der „gute“ und direkte Kontakt zum Gast verloren gehen. Gerade in der Lockdown-Zeit finde eine Gästeentfremdung statt. Mit der Erweiterung des eigenen Angebots um hybride Formate entstehen laut Umfrage außerdem zusätzliche Kosten, die selten gedeckt werden. Andererseits würden die interessanten Angebote (Gastronomie) weniger gebucht.

Die Studienteilnehmer haben nach eigener Aussage intensiv in die technologische Infrastruktur investiert und Grundvoraussetzungen geschaffen, um beispielsweise performante Streaming-Angebote zu gewährleisten. Eine besondere Herausforderung stellt allerdings für alle Befragten in diesem Zusammenhang die Einhaltung der DSGVO dar.

Die gastronomischen Erlöse stellen einen wichtigen Bestandteil des wirtschaftlichen Erfolgs im Veranstaltungshaus dar. So erwarten die Teilnehmenden zumindest temporär, dass Büffets verschwinden und mehr Servicepersonal benötigt wird wie auch Speisen exklusiver und teurer sowie vorproduzierte Speisenpakete eingesetzt werden.

Nach Einschätzung der Befragten sind die Kunden der Tagungshäuser nur bedingt bereit, den mit Hygienemaßnahmen verbundenen Mehr -und Kostenaufwand adäquat zu entlohnen. Diese Ergebnisse sind fast deckungsgleich mit denen des Vorjahres. Hygienekonzepte werden dabei auch Auswirkungen auf die Größe der Tagungsstätte haben.

Die Umsatzeinbußen werden laut Einschätzung der Teilnehmenden auch im Jahr 2021 enorm hoch sein: knapp 85 Prozent der Befragten erwarten im Jahr 2021 nicht mehr als 70 Prozent des Umsatzes aus dem Jahr 2019. In den Jahren 2022 und 2023 erholt sich der Veranstaltungsmarkt, allerdings laut Prognose noch nicht vollständig. Zwar rechnet kaum jemand damit, dass das wirtschaftliche Niveau des Rekordjahres 2019 schon bald erreicht wird; eine klare Tendenz zur Besserung sehen aber die meisten Befragten.

Die Daten der Studie 2021 wurden analog zu 2020 im Rahmen einer Online-Befragung erhoben. Insgesamt wurden die Mitglieder des degefest befragt, die als Geschäftsführer und Mitarbeiterin leitenden Funktionen in den Tagungshäusern Deutschlands aktiv sind. Im Februar 2021 wurde die Untersuchungsmethode (Verfeinerung der Online-Fragebögen, organisatorische Maßnahmen) ausgearbeitet, im März 2021 die Online-Befragung durchgeführt. Die Auswertung sowie die redaktionelle Aufarbeitung der Ergebnisse fand im Zeitraum April bis Mai 2021 statt.
Interessierte können die Studie per Mail beim degefest anfragen.