Start Business Messeverband FAMA fordert Perspektive für die Branche

Messeverband FAMA fordert Perspektive für die Branche

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Der FAMA Fachverband fordert von Seiten der Politik umgehend die dringend benötigte, klare Perspektive, damit Messen und Veranstaltungen im Herbst wieder stattfinden können. Das Infektionsschutz-Gesetz in seiner neuesten Fassung schätzt der Verband in einem Statement als „weiteren Tiefschlag“ für die ohnehin bereits hart getroffene Messe- und Veranstaltungswirtschaft ein. Für den Restart seien unbedingt gezielte Überbrückungs-Maßnahmen sowie Kredite zur Absicherung der Messeveranstalter und der Messeprojekte notwendig.

Zahlreiche Messen für den Herbst 2021 wurden aufgrund der fehlenden Planungssicherheit bereits abgesagt oder verschoben. Der erhoffte Messe-Neustart im Herbst stehe auf der Kippe und damit auch die Position Deutschlands als Messeland Nummer 1. Eine Abwanderung verschiedener bedeutender Branchen-Messen ins Ausland könnte eine Konsequenz sein, da sowohl in Asien als auch in einigen europäischen Nachbarländern Messen und Veranstaltungen wieder stattfinden. Die beschlossenen Änderungen am Infektionsschutz-Gesetz regeln zwar das Wiederaufleben verschiedener Freizeit-Bereiche, doch das Messewesen findet keine Erwähnung.

Die Messebranche arbeitet mit langen Vorlaufzeiten, teilweise von ein bis zwei Jahren pro Veranstaltung. Planungen und Investitionen für die Messen und Events, die im Herbst 2021 in Deutschland stattfinden sollen, laufen bereits seit vielen Monaten, allerdings getrübt durch die unklare politische Situation. Aussteller, Besucher und Veranstalter benötigen jetzt Klarheit für den Herbst, andernfalls stehe das komplette Messejahr 2021 auf der Kippe, so der FAMA. Es drohe ein erneutes Jahr mit Komplettausfall und schwerwiegenden Folgen.

Der Verband fordert deswegen zum einen eine Perspektive seitens der Politik und zum anderen eine staatlich gestützte Ausfallversicherung oder Ausfallbürgschaft, damit ausstellende Unternehmen und Veranstalter ihre für den wirtschaftlichen Aufschwung so wichtigen Messebeteiligungen risikoarm planen können. In anderen europäischen Ländern wurden diese Unterstützungsmaßnahmen bereits staatlich installiert, um den wirtschaftlichen Wiederaufschwung zu beschleunigen.

Das Messewesen sei Konjunkturmotor und ein wichtiges Instrument, um ein schnelles Wiederanlaufen der deutschen Wirtschaft zu ermöglichen und um branchenübergreifend Arbeitsplätze zu sichern. Deswegen benötigten zahlreiche Industrie-Unternehmen nach dem Krisenjahr 2020 nun dringend die Möglichkeit, ihre Umsätze mit Hilfe von Messen wieder zu stabilisieren.

Österreich und Schweiz haben Modellprojekte gestartet, anhand derer evaluiert wird, dass Messen und Ausstellungen mit ihren Schutzkonzepten keinen nennenswerten Beitrag zum Infektionsgeschehen leisten würden. Dies decke sich mit den in Deutschland im vergangenen Sommer gemachten Erfahrungen. Henning Könicke, Vorstandsvorsitzender im FAMA: „Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene wird die Messe- und Veranstaltungsbranche weiterhin im Unklaren gelassen. Die neuen Änderungen im Infektionsschutz-Gesetz pulverisieren erneut die Hoffnungen auf einen baldigen Messe-Restart, da dieser wichtige Wirtschaftsbereich von der Politik mutwillig ausgespart wird.“

Info: www.fama.de