Start Business Zuversicht trotz Belastungen: MICE-Branche kommt zur IMEX

Zuversicht trotz Belastungen: MICE-Branche kommt zur IMEX

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Die diesjährige IMEX Frankfurt findet von Dienstag, 19. Mai, bis Donnerstag, 21. Mai, statt. Zur Messe, die als zentralen Talking Point das Thema „Design Matters“ ausgerufen hat, werden 3.500 Hosted Buyer erwartet, darunter Einkäufer aus Europa sowie Nord- und Südamerika sowie aus dem Nahen Osten, Afrika und Asien.

Die breite internationale Vielfalt der bestätigten Aussteller aus über 100 Ländern ist laut IMEX ein weiteres Zeichen für die Stärke der Branche und ihr Engagement, das Geschäft weiter voranzutreiben. Afrika soll mit einer seiner größten Beteiligungen vertreten sein: Neue Aussteller aus Mosambik und Angola nehmen teil, Ägypten verdoppelt seine Fläche, und auch Tunesien sowie Uganda kehren zurück.

Japan verzeichnet ebenfalls eine der größten Beteiligungen seiner Geschichte, wobei Kyoto die Größe seines Standes verdoppelt. Malaysia erweitert seine Präsenz, und sowohl China als auch Hongkong kehren auf die Messefläche zurück. Mehrere Destinationen aus dem Nahen Osten haben ihre Teilnahme bestätigt und demonstrieren damit ihre Entschlossenheit und Widerstandsfähigkeit trotz der aktuellen Situation, darunter Abu Dhabi, Ajman, Dubai, Oman, Katar und Ras Al-Khaimah.

Auch Nord- und Südamerika sind vertreten: Brand USA kehrt zurück, und Kalifornien präsentiert erstmals einen eigenen Stand. Die Präsenz Südamerikas wächst ebenfalls – Uruguay bringt doppelt so viele Partner mit, und Mexiko verdoppelt seine Fläche. In Europa vergrößern unter anderem Österreich, Dänemark, Istanbul und Sarajevo ihre Auftritte. Aus Deutschland nehmen 150 Unternehmen teil, darunter auch Gastgeberstadt Frankfurt, die in diesem Jahr zur „World Design Capital“ ernannt wurde.

Mit Themen wie Technologie, Wohlbefinden, ESG und Klimarisiken, die die Veranstaltungsbranche verändern, stehen Eventplaner vor vielfältigen Anforderungen und benötigen entsprechend erweiterte Kompetenzen. Als Reaktion auf diese Entwicklungen wurde das diesjährige Education Program der IMEX Frankfurt konzipiert. Es soll Fachwissen vertiefen, Anpassungsfähigkeit fördern und Resilienz stärken. Das Programm ergänzt den geschäftlichen und Networking-Fokus der MICE-Messe und ist so aufgebaut, dass Eventprofis aller Erfahrungsstufen aus elf Themenbereichen individuelle Lernpfade zusammenstellen können. Nachfolgend einige der Highlights aus dem Programm:

Gestaltung mit Blick auf menschliche Bedürfnisse:

Was ist ein „Joy Meter“ und welchen Einfluss kann es auf wirtschaftliche Ergebnisse haben? David Adler von Gathering Point moderiert dazu eine Session mit Zenus-CEO Panos Moutafis und Frances Vieras Blanc von Eat the Cake Studio: IMEX designed for joy: Measuring joy, proving it matters.

Design:

Sofya Abramchuk, Gründerin des Originate Institute und ehemalige Designleiterin der Gaudí Foundation, stellt in ihrer Session Design from the origins: How nature and culture transform organizational purpose ihren naturinspirierten und menschenzentrierten Ansatz vor, der auf den Prinzipien Gaudís basiert und auf heutige globale Herausforderungen übertragen wurde.

Gesundheit und Wohlbefinden:

In der interaktiven Session Building a global mental health standard for the events industry, we need you! wird unter Leitung von Dr. Ferron Gray von der Grae Matta Foundation an einem Entwurf für einen internationalen Mental-Health-Standard für die Eventbranche gearbeitet.

Impact und Vermächtnis:

Rajeev Kohli (Creative Travel India & Beyond) und Amanda Lampe (Business Events Sydney) sprechen in Design for achievers: Become a legacy leaver über Erfahrungen aus Projekten mit langfristiger Wirkung.

Marketing und Teilnehmerbindung:

Elena Fis und Iva Popova von der Kenes Group zeigen in Amplifying sustainability: Social media strategies for global events, wie sich Social Media und Nachhaltigkeit kombinieren lassen, um Veranstaltungen wirkungsvoller zu gestalten.

Regeneratives Design:

Da zirkuläre und regenerative Designansätze zunehmend die Veranstaltungsbranche prägen, moderiert Matthew Burgess vom Design Council gemeinsam mit Julia Uherek von der Messe Frankfurt die Session Regenerative design thinking: Bridging the gaps. Im Fokus stehen Materialien, Methoden und Messkonzepte zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen bei gleichzeitiger gestalterischer Qualität. Das Thema passt zum diesjährigen IMEX-Schwerpunkt „Design Matters“ sowie zur Ernennung der Region Frankfurt RheinMain zur World Design Capital 2026.

Trends und Forschung:

In The future of B2B events: Insights from Forrester’s 2026 State of Events Survey stellt Conrad Mills von Forrester aktuelle Daten und Entwicklungen vor, darunter den Stand der KI-Nutzung im Eventbereich sowie zentrale Trends für kommende Veranstaltungsstrategien.

Das gesamte Weiterbildungsangebot der IMEX Frankfurt ist kostenfrei, einschließlich spezieller Veranstaltungen für Verbands- und Corporate-Planer am Montag, den 18. Mai. Zentrum des Programms ist der „Inspiration Hub“ mit über 200 Sessions in der neu gestalteten Halle 9. Zur besseren Orientierung und Zeiteffizienz arbeitet die IMEX weiterhin mit Snapsight, einem KI-gestützten Tool von Gevme. Damit können Teilnehmer die wichtigsten Inhalte der Sessions schnell online oder über die IMEX-App abrufen, ohne während der Vorträge umfangreiche Notizen machen zu müssen.

IMEX Place Leaders Forum

Entscheidungsträger im Bereich Business-Events sowie Verantwortliche für die Standortentwicklung sind zum neuen IMEX Place Leaders Forum (ehemals Policy Forum) eingeladen. Die Veranstaltung wurde ins Leben gerufen, um die branchenübergreifende Zusammenarbeit bei gemeinsamen Herausforderungen zu stärken und die Entwicklung prosperierender, widerstandsfähiger Destinationen zu fördern.

Das Place Leaders Forum findet am 19. Mai statt. Es knüpft an das Erbe des IMEX Policy Forums an, legt dabei jedoch einen Schwerpunkt auf die aktuellen Marktanforderungen in den Bereichen „Place Leadership“ und „Destination Economy“. Der inhaltliche Rahmen des Forums wurde erweitert, um das gesamte Spektrum der Entscheidungsträger im Destinationsmanagement zusammenzuführen. In Zusammenarbeit mit Professor Greg Clark CBE und „The Business of Cities“ erstellt die IMEX dafür ein Whitepaper, das als Diskussionsgrundlage für das Forum dienen soll. Die Publikation mit dem Titel „The Destination Economy, Place Leadership and the Strategic Role of Business Events“ (Destinationswirtschaft, Standortführung und die strategische Rolle von Business-Events) entstand als Reaktion auf den Wandel der Art und Weise, wie Städte heute um Talente, Investitionen und Innovationen konkurrieren.

Association Focus

Mit einem Fokus auf sinnstiftende Führung, die transformative Wirkung von KI und die sich wandelnde Rolle von Veranstaltungen ist das Programm des „Association Focus“ darauf ausgerichtet, den drängendsten Bedürfnissen von Verbandsfachleuten direkt zu begegnen. Dieser Tag, der ganz dem Lernen, der Vernetzung und strategischen Einblicken gewidmet ist, findet am 18. Mai, im „Kap Europa“ statt – einen Tag vor Beginn der IMEX Frankfurt. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der ASAE organisiert und vom Amsterdam Convention Bureau gesponsert.

Da die Mitgliederbindung und das Mitgliederengagement laut dem „Insight Update“-Bericht der ASAE nach wie vor die größte Herausforderung für Verbandsfachleute darstellen, eröffnet Sofya Abramchuk – Mitbegründerin des Originate Institute und Beraterin der Gaudi World Foundation – die Veranstaltung mit einer Keynote. Darin untersucht sie, wie eine Neubetrachtung der Verbandsmission – der sogenannten „Origin Story“ – letztlich dazu beitragen kann, Beziehungen zu festigen und das Geschäftswachstum anzukurbeln.

Toby Bassford, Gründer und Geschäftsführer der Change-Management-Beratung Tillon, hält die zweite Keynote zum Thema KI und die Zukunft der Arbeit. Er will aufzeigen, wie sich rasant weiterentwickelnde KI-Tools unterstützend statt disruptiv wirken können – indem sie den Mitarbeitern ermöglichen, wieder mehr Zeit für höherwertige Aufgaben zu gewinnen. Ein spezieller Themenstrang für Verbandsführungskräfte untersucht, wie Verbände KI als strategischen Vorteil nutzen können. Unter der Moderation von Michelle Mason und Amy Hissrich sollen die Sessions unter anderem einen tiefgehenden Einblick in die Rolle von KI bei der Steigerung des Mitgliederengagements und der Diversifizierung von Einnahmequellen bieten.

Der Themenstrang für Verbandsplaner – kuratiert von Martin Sirk, Inhaber von Sirk Serendipity – will einen praxisorientierten Einblick dazu bieten, wie sich gesellschaftliche Wirkung (Social Impact) in das Eventdesign integrieren und dabei die Zustimmung der Stakeholder gewinnen lässt. Ein Crowdsourcing-Segment zu zukunftsorientierten Veranstaltungspraktiken lädt die Teilnehmer dazu ein, bereits im Vorfeld jene neuen Innovationen, Experimente oder interessanten strategischen Veränderungen vorzustellen, die ihre Verbände in den vergangenen Jahren bei ihren Veranstaltungen eingeführt haben.

Exclusively Corporate

Der zunehmende Einsatz von KI zur Messung des ROI, die Einbindung eines generationsübergreifenden Publikums sowie die Gestaltung unvergesslicher Momente sollen beim Format „Exclusively Corporate“ im Mittelpunkt stehen. Die exklusive Veranstaltung für Corporate Eventplaner findet ebenfalls schon am 18. Mai statt. Location ist das Meliá Frankfurt City.

Moderiert von Patrick Delaney und Padraic Gilligan von SoolNua, versammelt das Nachmittagsprogramm Stimmen aus unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen – darunter aus dem Finanz- und Designsektor –, um fundierte Forschungsergebnisse, mutige Ideen und praktische Instrumente für das kommende Jahr vorzustellen.

Christoffer Sapienza, SVP Creative bei Norwegens größter Bank, der DNB, will darlegen, wie eine einzige Veranstaltungsreihe dazu beigetragen hat, das Anlageverhalten von Frauen zu beeinflussen. Seit dem Start der Kampagne „girlsinvest“ im Jahr 2019 – zu einem Zeitpunkt, als Männer in Norwegen noch den Großteil des privaten Anlagevermögens hielten – haben die landesweiten Veranstaltungen der DNB zu einem signifikanten Anstieg der Zahl weiblicher Aktionäre und Fondsbesitzer im Land geführt.

Bis zum Jahr 2026 hatte sich das Publikum gewandelt: von unsicheren Anfängerinnen hin zu einer bestens informierten und hochgradig engagierten Community. Christoffer Sapienza resümiert: „Unsere Aufgabe besteht heute nicht mehr darin, die Vorteile des Investierens zu ‚verkaufen‘ – sondern darin, den Frauen zu zeigen, wie sie es umsetzen können.“ Die Veranstaltungsreihe „girlsinvest“, einst ein unterstützendes Element einer breiter angelegten Kampagne, hat sich mittlerweile zu deren treibender Kraft entwickelt.

Claire Lester, Senior Design Studio Strategist bei Maritz, erörtert gemeinsam mit Padraic Gilligan eine Frage, mit der sich derzeit viele Eventplaner intensiv auseinandersetzen: „Was genau wünscht sich eigentlich die Generation Z?“ Angesichts der Prognose, dass Millennials und die Generation Z bis zum Jahr 2030 voraussichtlich 75 Prozent der Erwerbsbevölkerung stellen werden, präsentiert ihre gemeinsame Session die Ergebnisse einer wegweisenden neuen Studie. Diese untersucht, wie die Generationen der Boomer, der Gen X, der Millennials und der Gen Z Incentive-Reisen und Belohnungsstrategien wahrnehmen und auf diese reagieren – und welche Auswirkungen dies auf die Eventgestaltung hat.

Als „provokanter Optimist“ ist der Zukunftsforscher Henry Coutinho-Mason fest davon überzeugt, dass KI das Potenzial besitzt, das Teilnehmererlebnis grundlegend neu zu gestalten und Events in wertvolle Quellen für strategische Erkenntnisse für Führungsteams zu verwandeln. Er will sowohl konkrete Fallstudien als auch seine eigenen Erfahrungen aus erster Hand im Bereich der durch KI beschleunigten Innovation mit dem Publikum teilen.