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Boutique-Format: Loop MICE auf Madeira

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Wie Luxury, Community und ein kuratiertes Format das Angebot für MICE-Events neu definiert und warum dafür ein Boutique-Konzept wichtiger ist als ein weiteres B2B-Format mit Terminmarathon, hat uns Astrid Oberhummer von der Loop MICE im Interview erklärt.

BlachReport: Welche Ziele haben Sie sich mit der Loop MICE gesetzt?

Astrid Oberhummer: Unsere Grundidee war, ‚Luxus’ neu zu interpretieren und ihn in ein zeitgemäßes Veranstaltungsformat zu übersetzen. Wir wollten weg von reinen Präsentationsflächen und klassischen Messeauftritten. Stattdessen stand von Beginn an ein Boutique-Ansatz im Fokus: kuratiert, überschaubar, mit hoher Aufenthaltsqualität. Luxus bedeutet für uns nicht Größe, sondern Relevanz, Qualität und persönliche Begegnung. Daraus ist ein Format entstanden, das gezielt Marken, Entscheider und ausgewählte Partner zusammenbringt.

Astrid Oberhummer

BlachReport: Der Markt für MICE-Events ist dicht besetzt. Warum braucht es aus Ihrer Sicht eine Branchenveranstaltung wie die Loop MICE?

Astrid Oberhummer: Der zentrale Unterschied liegt in der inhaltlichen und räumlichen Verdichtung. Wir arbeiten mit klar definierten Teilnehmerkreisen und setzen auf Dialog statt auf reine Sichtbarkeit. Das Format ist ähnlich wie ein Round Table angelegt, ergänzt um Impulse, Diskussionen und Networking in einem hochwertigen Umfeld. Es geht weniger um Masse, sondern um Substanz. Anbieter erhalten Raum, ihre Positionierung zu schärfen, und Besucher profitieren von kuratierten Inhalten.

BlachReport: Sie arbeiten mit einem kuratierten Konzept und einem Boutique-Ansatz. Wie können Sie damit sicherstellen, dass Loop MICE mehr ist als nur ein weiteres B2B-Meetingformat mit Terminmarathon?

Astrid Oberhummer: Zum einen in der Auswahl der Location. Wir setzen bewusst auf exklusive Hotels oder besondere Orte mit klarer Designhandschrift. Zum anderen in der Dramaturgie des Events: kompakte Programmpunkte, hochwertige Inszenierung und eine Atmosphäre, die Austausch fördert. Dazu gehört unser akribisches Matchmaking bei allen Programmpunkten, mit dem wir sicherstellen, dass alle Teilnehmer miteinander ins Gespräch kommen. Auch die Zahl der Partner ist begrenzt. Jede Marke soll sichtbar sein, ohne im Umfeld unterzugehen. Dieses Prinzip schafft eine hohe Qualität der Begegnung.

BlachReport: Welche Rolle spielt das Thema Community in Ihrem Ansatz?

Astrid Oberhummer: Eine sehr große. Wir verstehen das Format als Plattform für eine Community aus Entscheidern, Markenverantwortlichen und Dienstleistern. Ziel ist es, langfristige Beziehungen zu fördern. Deshalb endet das Event nicht mit dem letzten Programmpunkt. Wir denken in Netzwerken und entwickeln Inhalte weiter. Der Austausch steht im Vordergrund, nicht der kurzfristige Abschluss.

BlachReport: In den vergangenen Jahren haben sich auch digitale und hybride Formate entwickelt. Wie positionieren Sie sich dazu?

Astrid Oberhummer: Wir sehen hybride Elemente als sinnvolle Ergänzung, nicht als Ersatz. Digitale Komponenten können Reichweite erhöhen und Inhalte verlängern. Gleichzeitig bleibt das persönliche Treffen im MICE-Segment eine zentrale Forderung. Gerade hochwertige Anbieter leben von Haptik, Atmosphäre und direkter Interaktion. Unser Ansatz verbindet daher das Beste aus beiden Welten: physische Begegnung vor Ort und digitale Verlängerung ausgewählter Inhalte.

BlachReport: Wie hat sich der Markt im Luxury- und Premiumsegment verändert?

Astrid Oberhummer: Der Markt ist anspruchsvoller geworden. Budgets werden genauer hinterfragt, Zielgruppen präziser definiert. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach Orientierung und Qualität. Marken suchen Plattformen, die zu ihrer Identität passen. Standardisierte Formate verlieren an Attraktivität. Stattdessen gewinnen maßgeschneiderte Konzepte mit klarem Profil an Bedeutung.

BlachReport: Welche Bedeutung haben Resilienz und Nachhaltigkeit in diesem Kontext?

Astrid Oberhummer: Resilienz ist für viele Unternehmen zu einem strategischen Thema geworden. Events müssen flexibel planbar sein und auf Veränderungen reagieren können. Das betrifft sowohl logistische Aspekte als auch Inhalte. Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine Rolle, etwa bei der Wahl der Partner, der Materialien oder der Anreise. Wir achten auf regionale Kooperationen und auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aufwand und Wirkung.

Loop MICE auf Madeira

BlachReport: Sie richten sich an Entscheider aus dem MICE-Segment. Welche Anforderungen stellen diese Zielgruppen?

Astrid Oberhummer: Entscheider erwarten Relevanz und Effizienz. Sie möchten in kurzer Zeit hochwertige Kontakte knüpfen und fundierte Einblicke erhalten. Gleichzeitig legen sie Wert auf ein Umfeld, das Professionalität ausstrahlt. Das betrifft Technik, Ablauf und Service gleichermaßen. Unser Konzept ist darauf ausgerichtet, diese Erwartungen zu erfüllen und einen klaren Mehrwert zu bieten.

BlachReport: Welche Rolle spielen die Destinationen im Konzept von Loop MICE?

Astrid Oberhummer: Destinationen und Hotels sind mehr als reine Gastgeber. Sie sind Teil der Inszenierung. Besonders in unserem Segment tragen Architektur, Servicekultur und Lage wesentlich zur Gesamtwirkung bei. Wir arbeiten deshalb bevorzugt mit Partnern zusammen, die ein eigenständiges Profil haben und unsere Qualitätsansprüche teilen. So entsteht ein stimmiges Gesamterlebnis. Unsere nächste Destination wird Mallorca sein.

BlachReport: Wie stellen Sie sicher, dass das Format langfristig relevant bleibt?

Astrid Oberhummer: Durch kontinuierliche Weiterentwicklung. Wir evaluieren jede Ausgabe, sprechen mit Partnern und Teilnehmern und passen Inhalte an. Der Markt verändert sich, ebenso die Erwartungen. Deshalb verstehen wir das Format als dynamischen Prozess. Themen wie Digitalisierung, Markenführung oder neue Geschäftsmodelle fließen regelmäßig ein.

BlachReport: Welche Perspektiven erwarten Sie für Loop MICE in den kommenden Jahren?

Astrid Oberhummer: Wir gehen davon aus, dass sich der Trend zu kuratierten, hochwertigen Formaten fortsetzt. Qualität vor Quantität wird weiter an Bedeutung gewinnen. Entscheidend ist, dass Konzepte glaubwürdig bleiben und echten Austausch ermöglichen. Luxury wird künftig noch stärker über Haltung und inhaltliche Tiefe definiert werden.

BlachReport: Was ist Ihr persönliches Fazit nach der Etablierung von Loop MICE?

Astrid Oberhummer: Die Resonanz bestätigt unseren Ansatz. Teilnehmer schätzen die konzentrierte Atmosphäre und die Möglichkeit zum direkten Dialog. Für uns ist das ein Signal, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und das Format behutsam auszubauen. Unser Ziel bleibt es, eine Plattform zu bieten, die Qualität, Community und zeitgemäße Eventkultur miteinander verbindet.

Was ist Loop MICE?

Loop MICE ist einer der führenden Netzwerk-Events im MICE-Segment. Die Veranstaltung bringt internationale Anbieter von ausgewählten MICE-Leistungen mit Einkäufern aus dem deutschsprachigen und europäischen Markt zusammen.

Die Frühjahrsausgabe Loop MICE Spring 2026 fand vom 26. bis 29. März im Hotel Savoy Palace auf Madeira statt. Der Event bot ein Meeting-Format, Networking-Aktivitäten und Abendveranstaltungen.

Loop MICE ist Teil der Loop Luxury Fair-Plattform und gilt als Forum für die internationale MICE-Szene, das effiziente Geschäftsbeziehungen in kurzer Zeit ermöglicht. Die Kombination aus kuratierten B2B-Gesprächen, hochwertigem Umfeld und gezielten Networking-Gelegenheiten macht die Veranstaltung zu einem festen Termin im Kalender vieler Veranstaltungsplaner und Anbieter entsprechender Leistungen.