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Corporate Volunteering in der Schweiz

Ökonomischer Erfolg galt in der Vergangenheit häufig als einziger Gradmesser für unternehmerische Excellence. Heute spielt dagegen auch die Übernahme gesellschaftlicher, sozialer und ökologischer Verantwortung eine wichtige Rolle. Viele Unternehmen haben das bereits in ihrer Corporate Governance verankert und entsprechende Handlungs- und Verfahrensweisen definiert, die zunehmend bei Motivationsveranstaltungen eine Rolle spielen. Der Wunsch nach nachhaltigen und verantwortungsvollen Veranstaltungen und Rahmenprogrammen trifft ebenso den Nerv der Zeit, begünstigt durch die seit 2017 geltende Corporate Social Responsibility-Berichtspflicht für börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigen. Wie sich dabei das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden lässt und aus Spaß sozialer oder ökologischer Nutzen für die Gesellschaft entstehen kann, hat ein Corporate Volunteering Programm der Schweiz bewiesen.

Mit Corporate Volunteering wird die Förderung gesellschaftlichen Engagements von Mitarbeitern bezeichnet, die damit stellvertretend für „ihr“ Unternehmen zur Gemeinnützigkeit beitragen. Das unterstützt als Teamevent die Entwicklung sozialer Kompetenz bei den Mitarbeitern, sorgt für ein „Wir-Gefühl“ und stärkt die Bindung zum Arbeitgeber. Was das in der Praxis bedeutet und wie sich das im MICE Bereich umsetzen lässt, konnten Veranstaltungsplaner und Entscheidungsträger aus Agenturen und Unternehmen bei einem Educational Trip im Parc Ela im malerischen Bergün erfahren – dem größten regionalen Naturpark der Schweiz inmitten der Bündner Berglandschaft.

Im Fokus stand der gemeinsame Arbeitseinsatz. Die Teilnehmer, ausgestattet mit Rucksack und Wanderschuhen, konnten selbst erleben, wie sinnstiftend und motivierend Landschaftspflege in den Bergen ist und wie sich das als Gruppenerlebnis auswirkt. Das war durchaus mit Mühsal verbunden – allerdings unterbrochen durch Kaffeepausen, Kuchen und ein ausgiebiges Mittagessen, am offenen Feuer zubereitet.

Es wurde Totholz gesammelt und gebündelt, Steine mussten verrückt werden, Bäume mit der Astschere gestutzt oder gleich gerodet werden. Ziel war es, eine Weide für die Landwirtschaft weiter nutzbar zu machen und den Teilnehmern zu vermitteln, wie sinnstiftend und motivierend Landschaftspflege in den Bergen sein kann. Ja, und Spaß durfte es auch noch machen.

Dazu Helena Videtic, Managerin Meetings Germany & Austria beim Switzerland Convention & Incentive Bureau (SCIB): „Die Schweiz zählt zu den nachhaltigsten Ländern der Welt – zum Beispiel belegt durch den Environmental Performance Index 2018 – und bietet viele nachhaltige Initiativen, um Veranstaltungen möglichst abfallfrei, klimaneutral und energieeffizient durchzuführen. Das wollten wir mit unserem Projekt belegen und gleichzeitig Möglichkeiten und Beispiele aufzeigen, wie sich das in Veranstaltungskonzepte sinnvoll integrieren lässt.“

Auf dem Programm standen daher außer dem „Arbeitseinsatz“ in frischer Luft verschiedene Besuche in besonders nachhaltigen Eventlocations, das Kennenlernen von Rahmenprogrammen und der aktive Austausch mit den Anbietern, um ihre Intentionen und Ziele kennenzulernen. Bei einer Visite in Zürich rückte zum Beispiel das Thema „Food Waste“ mit dem Kochkurs „Taste the waste“ in den Mittelpunkt. Er fand im Co-Working-Space DasProvisorium statt. Die Teilnehmer nutzen im Kochkurs nur Nahrungsmittel, deren Mindesthaltbarkeitstermin bereits abgelaufen war.

Für die Übernachtungen wählten die Veranstalter zwei Häuser, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Im Bündner Bergdorf Bergün stand das Kurhaus zur Verfügung, ein prachtvolles Jugendstilhaus mit eindrucksvoller historischer Substanz, das über das Nachhaltigkeits-Label „ibex fairstay silver“ verfügt. In der Stadt ging es in das Gästehaus Hunziker, das auf dem 2.000-Watt-Areal in Zürich Nord steht. Das Hunziker Areal ist ein wegweisendes Siedlungs- und Entwicklungsprojekt mit Leuchtturm-Charakter. Das Projekt der Baugenossenschaft „Mehr als Wohnen“ bietet in 13 energieeffizienten Gebäuden rund 1.200 Personen Wohnraum und Arbeitsplätze für circa 150 Menschen. Wie selbst die Anreise zu einer Veranstaltung nachhaltig genutzt werden kann, belegte die Rhätische Bahn mit dem ersten Meetingraum auf Schienen, dem InnoTren.

2021 soll das Corporate Volunteering Angebot in der Schweiz weitergeführt werden, auch in Kooperation mit dem BlachReport. Geplant ist ebenfalls ein „Arbeitseinsatz“ in der Natur – vielleicht sogar mit Kaffee und Kuchen. Bei Interesse an einer Teilnahme freut sich die Redaktion des BlachReport über eine Rückmeldung.

Download: Corporate Volunteering in der Schweiz

Info: www.myswitzerland.com