Start Services Digitales Mehrweg-Pfandsystem fördert Festivalnachhaltigkeit

Digitales Mehrweg-Pfandsystem fördert Festivalnachhaltigkeit

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Beim Fairground Festival in Hannover kam erstmals ein digitales Mehrweg-Pfandsystem von Tomra Reuse zum Einsatz. Rund 20.000 Besucher nutzten an zwei Veranstaltungstagen ein sogenanntes Throw’n’Go-System, das Ausgabe, Bezahlung und Rückgabe von Getränkebechern vollständig digital abbildet. Ziel war es, Abfall zu reduzieren, Prozesse an den Bars zu beschleunigen und auch bei hohem Besucheraufkommen saubere Hallen sicherzustellen.

Zum Einsatz kam eine Eventlösung von Tomra Reuse. Diese umfasste wiederverwendbare Becher mit integrierter RFID-Chip-Identifikation, 100 digitale Bar-Anbindungen, sogenannte Tomra Bar Plates, zur automatischen Pfanderhebung sowie 15 Rückgabestationen, die über das Gelände verteilt waren. Pro Becher wurden 2 Euro Pfand erhoben. Das Pfand war direkt mit den Einlassarmbändern der Gäste verknüpft. Bezahlung und Rückerstattung erfolgten vollautomatisch und digital. Alternativ konnten Besucher eine Bestell-App nutzen, um Getränke zu bezahlen und das Pfand zurückzuerhalten. In beiden Fällen ist ein Pfandbetrug systemseitig ausgeschlossen, da die Becher nur dann einen Wert besitzen, wenn zuvor ein Pfand hinterlegt wurde.

Die Rückgabe erfolgte ohne Sortierung oder manuelle Kontrolle. Genutzte Becher wurden in die Rückgabestationen eingeworfen, das Pfand unmittelbar als Guthaben auf das jeweilige Einlassarmband transferiert. Nach Angaben der Beteiligten zeigte sich der Effekt bereits im laufenden Betrieb: Die Hallen blieben sauber, Warteschlangen verkürzten sich und der Getränkeservice verlief gleichmäßiger. Gleichzeitig erhielten die Veranstalter in Echtzeit einen Überblick über Becherumläufe, Pfandtransaktionen und Rückgabequoten.

„Mit der Eventlösung von Tomra Reuse konnten wir unseren Besuchern ein reibungsloses, digitales und unkompliziertes Mehrwegsystem bieten, das zur Größe und Dynamik des Fairground Festivals passt“, sagt Ina Stöver, Co-Founder und Creative Director des Festivals. „Das System sorgt für saubere Hallen, reduziert Abfälle und unterstützt einen verantwortungsvolleren Festivalbetrieb. Selbst uns hat überrascht, wie hoch die Nutzung war und wie selbstverständlich die Gäste das System angenommen haben.“

„Veranstalter stehen beim Thema Mehrweg vor der Herausforderung, Nachhaltigkeitsanforderungen mit einem reibungslosen Eventbetrieb zu verbinden“, sagt Sven Hennebach, Senior Manager Tomra Reuse. „Der Einsatz beim Fairground Festival zeigt, welches Potenzial in digitalen Pfandsystemen steckt. Mehrweg entfaltet seinen Nutzen erst dann, wenn Systeme unter realen Bedingungen funktionieren – bei Zeitdruck, hohem Durchsatz und vielen Nutzern.“ Skalierbare Ansätze würden derzeit auch in europäischen Pilotstädten vorangetrieben, darunter Aarhus, Berlin und Lissabon.

Der Einsatz in Hannover steht exemplarisch für eine Entwicklung im europäischen Veranstaltungsmarkt. Mit dem schrittweisen Ausstieg aus Einwegverpackungen und strengeren regulatorischen Vorgaben gewinnen praxistaugliche Mehrweglösungen an Bedeutung. Tomra Reuse ist europaweit aktiv und hat Systeme unter anderem beim Øya Festival und in der Intility Arena in Oslo umgesetzt. In Deutschland ist das Unternehmen mit einem Pilotprojekt in Berlin vertreten, stadtweite Systeme bestehen zudem in Aarhus und Lissabon. Tomra Reuse ist Teil der Tomra Group, die weltweit zirkuläre Lösungen entwickelt und mehr als 113.000 Installationen betreibt.