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VeBoost objektiviert Entscheidungen im Sponsoring

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Der Eventmarkt wächst, Sponsoringbudgets stehen unter Rechtfertigungsdruck und Marken suchen nach belastbaren Entscheidungsgrundlagen. Mit VeBoost ist ein KI-gestütztes Sponsorship-Matchmaker-System angetreten, um Marken und Veranstalter datenbasiert zusammenzubringen. Im Interview erklären Fabian Reintjes, Gründer von VeBoost und Tim Krannich von der Agentur Spreefreunde, wie das System funktioniert, welche Rolle Daten spielen und warum sie das Bauchgefühl im Sponsoring beenden wollen.

BlachReport: Was war der konkrete Auslöser für die Entwicklung von VeBoost und wie funktioniert ein KI-gestütztes Sponsorship-Matchmaker-System?

Fabian Reintjes: Ausgangspunkt waren zwei zentrale Beobachtungen. Zum einen wird es für Veranstalter zunehmend schwieriger, ihre Events allein über Ticketerlöse zu finanzieren. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf decken prozentual immer weniger der Gesamtkosten. Sponsoring und Brand Partnerships gewinnen daher stark an Bedeutung. Entsprechend hoch ist der Bedarf auf Seiten der Rechtehalter, passende Markenpartner zu finden.

Auf der anderen Seite stehen die Marken. Der Eventmarkt ist unübersichtlich geworden, ständig kommen neue Formate hinzu. Für Marketer ist es kaum möglich, alle relevanten Angebote strukturiert zu vergleichen. Die Entscheidungskomplexität ist hoch.

Tim Krannich:  VeBoost setzt genau hier an: Wir spiegeln beide Seiten in einem System und schaffen eine datenbasierte Entscheidungsgrundlage in Form des VeBoost Scores, die Marken und Events effizient zusammenbringt.

BlachReport: Warum engagieren sich die Spreefreunde bei VeBoost?

Tim Krannich: Wir wollen die Entwicklung im Marketing, insbesondere im Live-Entertainment, aktiv mitgestalten. Zukunft verstehen wir am besten, wenn wir im Maschinenraum mit dabei sind. Als Investor in ein Start-up wie VeBoost bekommen wir tiefe Einblicke in technologische Markt-Entwicklungen und können gleichzeitig unsere Erfahrung einbringen. Für uns ist das eine strategische Beteiligung mit Blick auf das Innovieren des Marketingmarktes.

BlachReport: Wie funktioniert VeBoost konkret? Welche Datenbasis ist erforderlich?

Fabian Reintjes: Die Datenbasis speist sich aus beiden Richtungen. Auf Seiten der Veranstalter erfassen wir zunächst Marketing-Grunddaten: Art des Events, Termin, Teilnehmerzahlen, Zielgruppenprofile, Altersstrukturen, Interessen und Wertevorstellungen. Hinzu kommen Reichweiten über TV, Radio, Social Media und Onsite-Kanäle sowie Informationen zu Exklusivitäten bestimmter Branchen.

Darüber hinaus integrieren wir verschiedene externe Datenquellen. Dazu gehören Datenhäuser, Analysezentren und Partnerdienstleister, etwa Anbieter von Event-Apps oder Cashless-Payment-Systemen, die Besucherströme und Ausgaben analysieren. Diese Daten fließen anonymisiert in das System ein.

Auf Markenseite denken wir in Kampagnen. Eine Marke hinterlegt bei uns nicht nur allgemeine Unternehmensdaten, sondern konkrete Kampagnenziele. Das kann ein Produktlaunch sein oder die Eröffnung eines Standorts in einer bestimmten Stadt. Definiert werden Zielgruppen, Werte, Interessen sowie Anforderungen an Aktivierungsflächen oder Module. Diese Parameter legen wir mit den Eventdaten übereinander und berechnen daraus einen Score.

Tim Krannich: Ergänzt wird das durch sogenannte Learning Loops: Jede Entscheidung und jede Rückmeldung verbessern unseren Algorithmus. Daraus entsteht ein exklusives Data-Set und die größte Sponsoring-Datenbank der DACH-Region.

Tim Krannich (Foto: Spreefreunde)

BlachReport: Wie sähe ein konkreter Anwendungsfall aus, etwa im Umfeld eines großen Festivals?

Fabian Reintjes: Wenn eine Marke bereits entschieden hat, bei einem bestimmten Festival präsent zu sein, setzt sie VeBoost eher zur Absicherung ein. Unser Kernansatz ist jedoch ein anderer: Eine Marke definiert, dass sie beispielsweise ein junges Publikum im Musik-Lifestyle-Umfeld ansprechen möchte. Wir analysieren daraufhin den Markt und schlagen Events automatisiert vor, die in Bezug auf Zielgruppe, Werte und Aktivierungsmöglichkeiten am besten passen. Selbst wenn eine strategische Vorentscheidung getroffen wurde, liefert unser Score zusätzliche Argumente. Ein Marketingverantwortlicher kann damit intern belegen, wie belastbar eine Entscheidung ist. Das hilft gegenüber CMO, CFO oder CEO, die unterschiedliche Perspektiven auf ein Investment haben.

BlachReport: Wie trägt der Matchmaker zu mehr Effizienz und Planungssicherheit bei?

Fabian Reintjes: Ohne ein solches Tool erhalten Marketer täglich zahlreiche Pitch-Decks, die manuell geprüft werden müssen. Hinzu kommt eigene Recherche über Suchmaschinen oder Agenturen. Das ist zeitaufwendig, nicht objektiv und oft nicht vergleichbar. Bei uns erhält eine Marke innerhalb weniger Minuten nach Eingabe ihrer Kampagnenparameter eine erste Auswertung mit priorisierten Eventvorschlägen. Wir liefern nicht nur eine Rangliste, sondern auch Argumentationsstränge, warum ein Event besser geeignet ist als ein anderes. Das schafft Effizienz und reduziert Unsicherheit. Große Engagements werden sonst über Monate hinweg diskutiert. Wir verkürzen diesen Prozess erheblich.

Tim Krannich: In a nutshell: Wir entwickeln eine Art Programmatic Sponsorship für die Sponsoringbranche.

BlachReport: Funktioniert VeBoost segmentübergreifend?

Tim Krannich: Ja. Der Schwerpunkt liegt aktuell im Eventbereich insgesamt: Festivals, Messen, B2B-Formate, Sportveranstaltungen, Ligen, Vereine oder Verbände. Perspektivisch planen wir eine Ausweitung auf einzelne Sportler, Künstler, Influencer oder auch Brand2Brand. Auf Markenseite sind wir branchenübergreifend tätig, von Food und Beverage über Versicherungen und Banking bis hin zu Technologie und E-Commerce.

BlachReport: Welche Rolle spielen Veranstalter im System?

Fabian Reintjes: Veranstalter stellen das Angebot dar, Marken sind die Nachfrageseite. Für Rechtehalter ist vor allem die erhöhte Sichtbarkeit relevant. Unser System macht Marken auf Events aufmerksam, die bislang nicht im Fokus standen. Wir selbst agieren nicht als Umsetzungsagentur, sondern konzentrieren uns auf die Analyse und Entscheidungsfindung. Wichtig ist dabei die Objektivität. Wir ranken keine Events aufgrund von Paid-Platzierungen höher. Die Bewertung erfolgt datenbasiert und branchenübergreifend.

BlachReport: Wie finanziert sich VeBoost?

Fabian Reintjes: Wir setzen im Entscheidungsprozess an. Für unsere Analyseleistungen erheben wir eine Gebühr, die sich am jeweiligen Sponsoringvolumen orientiert.

BlachReport: Gibt es schon konkrete Anwendungsfälle?

Fabian Reintjes: Wir haben bereits mit unterschiedlichen Marken gearbeitet. Dazu zählen unter anderem Cases aus dem Beverage-Bereich, Technologieunternehmen sowie Projekte mit Marken aus Automotive und Beauty. Wir haben beispielsweise Festivalstrategien entwickelt, Tourformate begleitet und konkrete Eventauswahlen getroffen. Die Bandbreite zeigt, dass unser Ansatz branchenübergreifend funktioniert.

BlachReport: Wie sieht die weitere Entwicklung aus?

Tim Krannich: Wir sind im DACH-Raum gestartet und wollen perspektivisch auch international skalieren. Unser Anspruch ist es, die standardisierte Entscheidungsinfrastruktur für Sponsoring aufzubauen. Unser Mission Statement lautet: VeBoost beendet das Bauchgefühl im Sponsoring und wird die objektive Entscheidungsinstanz, die sich als Standard im Markt etabliert. Damit Sponsoring strategisch relevant bleibt, braucht es transparente, vergleichbare und datenbasierte Prozesse – wie Media weitestgehend automatisiert buchbar. Genau daran arbeiten wir.

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