Start Digital cueconcept entwickelt Digital Twins für Siemens

cueconcept entwickelt Digital Twins für Siemens

683

Für die SPS Messe in Nürnberg gab es 2021 einen Formatwechsel von live auf digital. Gut, wer darauf als Aussteller vorbereitet war – wie die Siemens AG. Sie konnte das mehr als kompensieren aufgrund des eigenen digitalen Messeauftritts, der dem Unternehmen ein erfreuliches Messegeschäft ermöglichte. Kunden und Interessenten aus aller Welt hatten die Möglichkeit, individuelle Termine mit Siemens Mitarbeitern zu vereinbaren, wurden digital über den Messestand geführt, konnten sich im „direkten Dialog“ austauschen und Geschäftsabschlüsse tätigen. Das führte zu Verkaufsabschlüssen über die installierte Informations- und Verkaufsplattform, die letztlich das Ergebnis eines frühzeitig begonnenen und mehrjährigen Entwicklungsprozesses ist.

Bereits seit über zehn Jahren betreut das Nürnberger Unternehmen cueconcept die Messe- und Eventauftritte der Siemens AG als Rahmenvertragspartner, realisiert Messeauftritte und stieg bereits früh in die Digitalisierung ein. Schon vor gut einem Jahrzehnt orientierte sich cueconcept an den Möglichkeiten, die beispielsweise der Gaming-Bereich bietet und prüfte Lösungen aus diesem Segment auf ihre Übertragbarkeit. Für den Weltkonzern schuf der deutsche Technologie-Innovator schließlich visionäre interaktive digitale Showrooms und Messeauftritte. Vor gut acht Jahren setzten die cueconcept-Entwickler den SPS-Stand erstmals als „digitalen Zwilling“ zusätzlich zum realen Messebau um und bauten seitdem das Angebot fortlaufend aus.

Konzipiert wurde dieses digitale Variante mit dem Ziel, eine funktionierende Verbindung zwischen virtueller und physischer Welt zu schaffen. Dazu verlagerten die Entwickler die Produktpräsentationen vollständig in den digitalen Raum – realisiert über die digitale Plattform „Cuenect“. Mittels einer Kombination aus Gaming-, Conferencing- und Cloud-Technologie-Elementen erreichten sie damit die hundertprozentige Simulation eines physischen Messebesuchs und -erlebnisses im digitalen Raum. Zu den Anforderungen, die das Produktmanagement an die Entwickler stellte, gehörte unter anderem, dass der Content in die Gaming-Umgebungen integriert werden sollte.

Anzeige:
Sie planen ein Event und machen sich Gedanken darüber, dass nicht alle Teilnehmer an einem Ort zusammenkommen können – ob aus gesundheitlichen, zeitlichen, räumlichen oder vielleicht auch Budgetgründen?

Herausfordernd waren auch die Voraussetzungen für das Video-Conferencing. Mangels geeigneter Technologie und zu geringer Bandbreite entwickelte das Unternehmen ein eigenes System, das mit mittlerweile 35 internationalen Standorten eine weltweite Verfügbarkeit von Cuenect garantiert.

Vorläufiger Höhepunkt der Zusammenarbeit zwischen cueconcept und dem Weltkonzern ist das 2021 eröffnete Siemens Visitor Center „The Impulse“ in Amberg – mittlerweile eines von mehreren „Digital Enterprise Experience Center“ weltweit. Das Besucherzentrum lädt Kunden, Journalisten und Interessierte analog, aber auch ganz besonders auf digitaler Ebene ein, sich zu informieren und in den Verkaufsdialog zu treten. Weltweit, täglich und rund um die Uhr haben Besucher Zugang zu der Informations- und Verkaufsplattform, um individuelle Termine mit Siemens-Mitarbeitern zu vereinbaren. In der Praxis wurden damit „Real Deals in Space“ Wirklichkeit und dafür gab es bereits die Auszeichnung als sogenannte „Leuchtturmfabrik der Zukunft“ vom Weltwirtschaftsforum für digitale Geschäftskommunikation. Gemäß dieser Auszeichnung ist die Technologie-Entwicklung ein „Musterbeispiel für die innovativste digitale Lösung, wenn es um die virtuelle Zurverfügungstellung von Informationen in Verkaufsgesprächen geht“.

Anzeige: Ihre Veranstaltung im besten Licht präsentieren

Bei der millimetergenauen Umsetzung eines physikalischen Messestandes in Gaming-Umgebungen und in 3D wurde das Gebäude erst in der virtuellen und dann in der realen Welt gebaut. Mittels Visualisierung durch ein funktionales 3D-Modell mit realitätskonformen Details konnten beispielsweise 3D-Produktmodelle, Verkaufsunterlagen, Ausstellungseinrichtungen und vieles andere mehr im Vorfeld virtuell getestet und entsprechend angepasst werden. Der „digitale Zwilling“ entwickelte sich damit zur Planungsgrundlage. Diese Vorgehensweise brachte zahlreiche Vorteile: Bereits in der Bauphase profitierten Kunden, Architekten und Produktmanager von dem Ansatz, einen digitalen Zwilling in der virtuellen Welt zu nutzen und die Praxistauglichkeit zu testen.

Screenshot

Das „Siemens Visitor Center“ entstand dafür per BMI, was für Building Information Modelling beziehungsweise Bauwerksdatenmodellierung steht. Bereits vor der realen Konstruktion war es so möglich, im Egoshooter-Modus über den Messestand zu laufen. Für die vollumfängliche Abbildung des Messestandes im Digitalen flossen schließlich die komplette Kommunikation und alle Daten aus den Konstruktionsdateien von Siemens in den Entwicklungsprozess ein. Der „digitale Zwilling“ vereinfachte nicht nur das Planen und Bauen, sondern ermöglicht für die Zukunft auch eine nachhaltige und schonende Betriebsführung.

Maßgeblich verantwortlich für diesen deutlichen Innovationsschub in Richtung interaktive digitale Messe- und Eventauftritte sind neben den starken Pandemiefolgen auch Faktoren wie Kosteneinsparungen für Messeauftritte, Reise- und Hotelkostenreduzierung, die ganzjährige Messe- und Ausstellungsoption sowie die geforderte Nachhaltigkeit zum Klimaschutz. Darüber hinaus punktet der „digitale Zwilling“ mit den Möglichkeiten der Transparenz, der Analytics sowie der Erfolgskontrolle, die in diesem Umfang auf einem physischen Messestand nicht möglich sind.

Anzeige: Beeftea – der Spezialisten für Live – Digital – Green Events

Der Erfolg, dem hohe Initial- und auch Folgekosten vorausgegangen sind, spiegelt sich in Zahlen wider: Allein 3.500 Meetings innerhalb von zwei Wochen fanden „auf“ dem virtuellen SPS Stand von Siemens statt. Das Unternehmen verzeichnete sowohl eine hohe Internationalität ihres Publikums als auch die Abschlussrelevanz. Die guten Erfahrungen mit dem ganzjährig nutzbaren digitalen Messestand zeigen, dass das Angebot die Qualität zum Dauerbegleiter besitzt. Er ist gekommen, um zu bleiben.

cueconcept Geschäftsführer Benjamin Lechler ist überzeugt, dass digitale Angebote, wie sie für Siemens geschaffen wurden, künftig immer wichtiger werden und vertritt den Standpunkt, dass derjenige, der den digitalen Markt- und Messeplatz beherrscht, auch in Zukunft die Anforderungen für einen Marktführer erfüllt. Messen werden künftig immer mehr einen Meet & Greet-Charakter erhalten, bei denen die Produktpräsentationen deutlich in den Hintergrund treten und in Zukunft auf digitaler Ebene ablaufen – zeitlich und räumlich unabhängig von Messen. Und: Die Kombination von digital und physisch wird zum neuen Standard bei Messe- und Eventauftritten. Nicht zuletzt hat das Projekt gezeigt, wie wichtig es ist, multi-medial zu denken und es auch zu werden.

Für Siemens soll der digitale Status des Unternehmensauftritts nicht nur fortbestehen, sondern kontinuierlich weiterentwickelt werden. Und dem vor mehr als 30 Jahren gegründeten Nürnberger Unternehmen cueconcept signalisieren bereits zahlreiche potentielle Großkunden ihr Interesse an dieser Lösung, die kein exklusives Angebot darstellt. Aus Sicht der cueconcept Entwickler ist die Realisierung derartiger Digital-Angebote keine Pandemielösung, sondern eine konstruktive Weiterentwicklung für die Produktpräsentation auf Messen und Events. Sie besitzt strategischen Charakter und bringt einen kompletten Changeprozess für die weitere Digitalisierung mit sich.