Ein Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück und der Universität Osnabrück hat untersucht, wie Veranstaltungen besser auf zunehmende Extremwetterlagen vorbereitet werden können. Im Fokus standen Risiken durch Hitze, Starkregen und Sturm sowie deren Auswirkungen auf Planung und Durchführung von Events. Die Ergebnisse des Projekts „KlimaEvent“ sind nach dreijähriger Laufzeit veröffentlicht worden und online abrufbar.
Die Veranstaltungsbranche gilt als bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland mit rund 1,5 Millionen Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von etwa 130 Milliarden Euro. Gleichzeitig ist sie in besonderem Maße von klimatischen Veränderungen betroffen. Wetterextreme können nicht nur den Ablauf von Veranstaltungen stören oder zu kurzfristigen Abbrüchen führen, sondern auch Infrastruktur und Logistik beeinträchtigen. Nach Einschätzung der Forschenden fehlt es bislang häufig an systematischen Ansätzen zur Integration von Klimarisiken in die Veranstaltungsplanung.
Im Rahmen des Projekts wurde gemeinsam mit der Gemeinde Bad Essen der Historische Markt als Fallbeispiel analysiert. Die Veranstaltung zieht jährlich mehr als 50.000 Besuchende an. Interviews, Befragungen und Workshops mit Beteiligten aus Organisation, Technik und Ausstellenden lieferten Einblicke in wahrgenommene Risiken und bestehende Maßnahmen. Demnach werden Sturm und Windböen von 55 Prozent der Ausstellenden als größtes Risiko eingeschätzt, während konkrete Schutzmaßnahmen bislang nur von etwa einem Drittel umgesetzt wurden.
Hitze stellt vor allem für Mitarbeitende eine Belastung dar, während Starkregen und Sturm als Gefahren für Infrastruktur und Publikum gelten. Auf Basis der Erkenntnisse wurden praxisorientierte Handlungsempfehlungen entwickelt. Diese umfassen unter anderem strukturierte Risikoanalysen, klare Zuständigkeiten sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation und des Krisenmanagements.
Ergänzend wurde eine digitale Plattform eingerichtet, die Checklisten für verschiedene Wetterlagen, definierte Schwellenwerte und Hinweise zur Vorbereitung und Durchführung klimaangepasster Veranstaltungen bereitstellt.
Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit rund 122.000 Euro gefördert. Neben den beteiligten Hochschulen und der Gemeinde Bad Essen waren weitere Partner aus dem Bereich der Veranstaltungswirtschaft und Regionalentwicklung eingebunden. In einem Anschlussvorhaben soll der Historische Markt als virtuelle Umgebung modelliert werden, um Risiken und Anpassungsmaßnahmen künftig in Simulationen und Planspielen zu erproben.























