Der Berliner Senat hat eine strategische Neuausrichtung für die Durchführung von Großveranstaltungen beschlossen. Mit dem sogenannten Berlin Paper liegt ein Aktionsplan vor, der die Stadt bis zum Jahr 2035 als führenden Standort für nachhaltige und inklusive Events positionieren soll. Zentrales Element der Strategie ist die Einrichtung einer ressortübergreifenden Arbeitsgruppe sowie einer zentralen behördlichen Anlaufstelle, um die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und der Veranstaltungswirtschaft effizienter zu gestalten.
Die Initiative geht auf Ergebnisse des Berlin Tourism & MICE Summit vom November 2024 zurück. Ziel ist es, die bestehenden Strukturen der Meeting-Destination Berlin weiterzuentwickeln. Dabei setzt der Senat auf eine enge Verzahnung mit dem im September gegründeten Berlin Event Board. Dieses Gremium koordiniert künftig Bewerbungen für Großevents und steuert die strategische Planung. Dem Board gehören maßgebliche Akteure der Branche an, darunter das BEN Berlin Event Network, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, die Clubcommission, Dehoga Berlin, Intoura Berlin, die Messe Berlin sowie visitBerlin und die visitBerlin Partnerhotels.
Ein Schwerpunkt des Maßnahmenpakets liegt auf der Schaffung verbindlicher Standards. So sieht das Papier einen umfassenden Inklusions- und Barrierefreiheitsplan vor. Zudem sollen verpflichtende Nachhaltigkeitskriterien etabliert werden, die sich an bestehenden Initiativen wie Sustainable Berlin orientieren. Neben ökologischen und sozialen Aspekten adressiert der Plan auch die technische Infrastruktur: Die Optimierung der Verkehrsanbindung und der Einsatz innovativer Technologien bei Großveranstaltungen sind feste Bestandteile der Strategie.
Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Sektors für die Hauptstadt ist erheblich. Laut Daten von DIW Econ trug der Tourismus im Jahr 2023 rund 4,6 Prozent zur gesamten Berliner Wirtschaftsleistung bei. Im Bereich MICE (Meetings, Incentives, Conventions, Exhibitions) waren im Jahr 2024 rund 27.000 Menschen beschäftigt. Durch die nun beschlossenen strukturellen Verbesserungen soll diese Position im internationalen Wettbewerb gefestigt werden. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Akzeptanz in der Bevölkerung; hierfür ist ein Ausbau der Bürgerbeteiligung vorgesehen, um Großevents stärker im städtischen Gemeinwesen zu verankern.























