Start Business Prolight + Sound BIZLounge fokussierte Covid und Brexit

Prolight + Sound BIZLounge fokussierte Covid und Brexit

Eine Wiederaufnahme des Veranstaltungsbetriebs ist möglich, wenn alle Erfordernisse des Hygiene- und Infektionsschutzes berücksichtigt und Events so zu einem sicheren Raum für Besucher werden. Dies war eine der zentralen Thesen der Diskutanten auf der Prolight + Sound BIZLounge: Das digitale Austauschformat für die Event-Industrie feierte am Dienstag, 13. April, seine Premiere. Darüber hinaus beleuchteten internationale Experten aktuelle Fragestellungen rund um Brexit-Auswirkungen, Nachhaltigkeit sowie Ausbildung in Corona-Zeiten.

Mit einer umfangreichen Genehmigungsmatrix, die einen progressiven Stufenplan und Formulierungsvorschläge für einheitliche Verordnungen enthält, engagiert sich die Veranstaltungsindustrie für eine schrittweise Wiederaufnahme des Kulturbetriebs. Mitglieder des „Forum Veranstaltungswirtschaft“, eine Allianz mehrerer Wirtschaftsverbände, gaben auf der Prolight + Sound BIZLounge einen Überblick über das „Manifest Restart“. Darin ist unter anderem veranschaulicht, welche Auswirkungen die Anwendung einzelner Maßnahmenpakete auf die maximal zulässige Auslastung von Veranstaltungsstätten haben kann.

Nicht nur aus kultureller und ökonomischer Sicht sei ein Restart unter strengen Auflagen zu forcieren: Auch könne die Durchführung von Veranstaltungen eine positive Auswirkung auf die epidemiologische Gesamtlage haben. Zum einem sei die Ansteckungsgefahr bei Events mit strengem Hygienekonzept geringer als bei einem unkontrollierten Zusammenkommen, das sich der behördlichen Aufsicht entzieht. Zum anderen sei die Durchführungen von Testungen vor Events ein wichtiger Schlüssel, um infizierte Personen zu identifizieren und eine weitere Verbreitung des Virus im privaten und beruflichen Kontext zu verhindern.

Bereits in den vergangenen Wochen sei bei Modell-Events, zum Beispiel in den Niederlanden, das geringe Risiko von Veranstaltungen mit konsequentem Testkonzept nachgewiesen worden. Für Optimismus in der Branche sorgt darüber hinaus die Entwicklung neuer Tests, die schnellere Ergebnisse lieferten und für die Probanden angenehmer seien.

Vertreter der Branchenverbände VPLT (Deutschland), PLASA (UK) sowie PEARLE (EU) beleuchteten auf der Prolight + Sound BIZLounge die unmittelbaren Effekte des Austritts von Großbritannien aus der Europäischen Union. Zur Sprache kamen dabei unter anderem die Notwendigkeit von Zollerklärungen, unterschiedliche Kennzeichnungspflichten für technische Produkte (CE vs. UKCE) sowie der hohe bürokratische Aufwand bei der Visa-Beantragung.

Wenn die pandemiebedingten Reisebeschränkungen außer Kraft sind, werden die Auswirkungen des Brexit erst wirklich spürbar – in diesem Punkt waren sich die Diskutanten der Prolight + Sound BIZLounge einig. Deutliche negative Beeinflussungen für das Touring Business seien vor allem durch die Kabotage-Bestimmungen zu erwarten: etwa dadurch, dass nach Betreten des Festlandes nur noch zwei Transportdienstleistungen eines UK-basierten Fahrzeugs möglich sind, bevor dieses wieder nach Großbritannien zurückkehren muss – und umgekehrt. Die Verhandlungsparteien hätten keine ausreichende Rücksicht auf die operative Realität in der Veranstaltungswirtschaft genommen – so die Einschätzung des Panels. Erstrebenswert seien Ausnahmen für den Kulturbetrieb, sowohl im Transportwesen als auch bei der Visa-Vergabe.

Die Event-Industrie muss den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit aktiv vorantreiben: Dieses Commitment bekräftigten die Teilnehmer des dritten Panels der Prolight + Sound BIZLounge, das sich aus Vertretern des EVVC, der European Music Council sowie der UFI Sustainable Development Working Group zusammensetzte. Dabei bezogen sich die Teilnehmer auf einen breit gefassten Nachhaltigkeitsbegriff, der neben ökologischen auch soziale und kulturelle Aspekte berücksichtigt. So sei es beispielsweise Teil des nachhaltigen Handelns, der Marktkonzentration und dem damit einhergehenden Verlust der Vielfalt auf dem Veranstaltungssektor entgegenzuwirken – ebenso wie das Engagement für Diversity und Gender-Gerechtigkeit.

Auch zukünftig soll die Prolight + Sound die Entertainment Technology Branche auf digitalem Wege über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Die nächste Ausgabe der BIZLounge ist für den 14. Juni 2021 geplant.

Ein kurzer Zusammenschnitt der Veranstaltung ist auf dem Youtube-Kanal der Prolight + Sound abrufbar.

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