Berlin hat sich im Global Destination Sustainability Index (GDS-Index) 2026 um einen Platz auf Rang drei der nachhaltigsten Metropolen verbessert. Die Hauptstadt erreicht eine Gesamtperformance von 85 Prozent und damit ihr bislang bestes Ergebnis. In der Vergleichsgruppe der Städte mit mehr als 1,5 Millionen Einwohnern liegen nur Sydney und Montreal vor Berlin. Gegenüber 2025 konnte die Stadt fünf Prozentpunkte zulegen.
Der GDS-Index bewertet Destinationen in vier Bereichen: Umweltstrategie und Infrastruktur, soziale Nachhaltigkeit, das Engagement der Tourismus- und Veranstaltungswirtschaft sowie Strategien und Initiativen des Destinationsmanagements. Berlin belegt in der Kategorie Environmental den ersten Platz. Hintergrund ist unter anderem die 2026 beschlossene Berliner Nachhaltigkeitsstrategie, die den Index als internationalen Orientierungsrahmen für die nachhaltige Tourismusentwicklung berücksichtigt und den Tourismus stärker mit der Nachhaltigkeitspolitik des Landes verknüpft.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Zertifizierung von Unternehmen. Nach Angaben von visitBerlin verfügen 76 Prozent der Hotelzimmer in Berliner Hotels mit mindestens 75 Zimmern über eine aktive Nachhaltigkeitszertifizierung durch Dritte. Bei Kongresszentren und auf Konferenzen spezialisierten Veranstaltungsorten liegt der Anteil bei 81 Prozent. 75 Partner der Berliner Tourismus- und Veranstaltungswirtschaft sind derzeit über das Programm Sustainable Berlin zertifiziert. Grundlage ist ein vom Global Sustainable Tourism Council anerkannter Kriterienkatalog mit 59 Kriterien und einem unabhängigen Auditprozess.
Für den Tourismus- und MICE-Sektor hat visitBerlin zudem eine Klima-Roadmap entwickelt. Sie basiert auf CO2-Bilanzierungen, einer Klimarisikoanalyse und Emissionsszenarien bis 2030. Die Roadmap soll mögliche Maßnahmen zur Emissionsreduzierung und zur Anpassung an klimatische Veränderungen aufzeigen. Ergänzend veröffentlicht visitBerlin Kennzahlen zur nachhaltigen Entwicklung in einem Dashboard, darunter Daten zu Zertifizierungen, Barrierefreiheit, Tourismusakzeptanz und tourismusbezogenen CO2-Emissionen.
Auch im Veranstaltungsbereich werden Nachhaltigkeitskriterien eingesetzt. Die Eigenveranstaltung Bestival 2025 wurde nach den Kriterien der ISO 20121:2024 für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement geplant und extern auditiert. Beim Berliner Kongressfonds für nachhaltiges Tagen ist eine Förderung an mindestens 300 Punkte der Sustainable Event Scorecard gebunden. Das Instrument umfasst 13 Handlungsfelder und 47 mögliche Maßnahmen.
Zur sozialen Nachhaltigkeit zählt visitBerlin auch Barrierefreiheit und Beteiligung. 214 Berliner Tourismusbetriebe tragen derzeit eine Kennzeichnung des bundesweiten Systems „Reisen für Alle“. Über das Format „Hier in Berlin“ fließen zudem Rückmeldungen aus der Stadtgesellschaft in die strategische Tourismusplanung ein. In die aktuelle Bewertung des GDS-Index floss außerdem die erste Berlin Freedom Week ein, die im November 2025 mehr als 170 Veranstaltungen an 90 Orten mit über 10.000 Teilnehmern umfasste.
Mit Sustainable Berlin bündelt visitBerlin Zertifizierung, Beratung, Daten und Beteiligung. Die Entwicklung des GDS-Ergebnisses soll damit nicht allein über die Position im internationalen Vergleich, sondern auch anhand konkreter Maßnahmen und Kennzahlen nachvollziehbar werden.























