Die Event- und Brand-Experience-Branche steht 2026 an einem Wendepunkt. Laut Thomas Kenyeri, Gründer und CVO der Agentur Kesch, treffen erstmals fünf Generationen gleichzeitig auf Events, KI wird operativ eingesetzt und Nachhaltigkeit messbar. Damit entwickeln sich Veranstaltungen vom Marketing-Touchpoint zum strategischen Erfolgsfaktor.
Der aktuelle Kesch Trendreport 2026 analysiert unter dem Leitmotiv „The Age of Meaningful Experiences“ zehn zentrale Entwicklungen, die Events, Markeninszenierungen und Unternehmenskommunikation prägen. Relevanz, emotionale Wirkung und Community-Building werden wichtiger als Reichweite und Größe. „Events sind 2026 keine isolierten Maßnahmen mehr, sie gestalten Kultur, Identität und Beziehungen – intern wie extern“, so Kenyeri bei der boe Messe in Dortmund.
Der Kesch Trendreport 2026 basiert auf der Befragung von 35 führenden europäischen Agenturen aus dem BEIC-Netzwerk sowie auf internationalen Studien wie Mastercard Economic Institute Report, Northstar Meeting Industry Pulse, Event Industry Outlook & Trends, Gartner Top Tech Trends und AMEX Global Meeting & Events Forecast.
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Fokus auf qualitativ hochwertige Teilnehmererlebnisse, den Einsatz neuer Technologien wie KI sowie den Umgang mit Budgetdruck und Unsicherheiten. Trotz Herausforderungen blickt die Branche optimistisch auf 2026 mit überwiegend stabilen oder wachsenden Eventzahlen. Europa setzt dabei auf Stabilität und langfristige Beziehungen, während die USA stärker auf Performance und ROI ausgerichtet sind. Gemeinsam ist beiden Märkten: KI wird zum Standard, jedoch mit unterschiedlichen Zielsetzungen.
Eine zentrale Erkenntnis: Events wandeln sich weg von standardisierten Formaten hin zu bewusst gestalteten, sinnstiftenden Erlebnissen. Der Generational Change ist dabei entscheidend. Fünf Generationen mit unterschiedlichen Erwartungen treffen aufeinander – One-Size-Fits-All funktioniert nicht mehr. Kenyeri: „Events werden zu Orten, an denen Unterschiede bereichern und echte Mehrgenerationen-Experience entsteht.“ Micro-Communities, modulare Agenden und zielgruppenspezifische Erlebnisräume werden zum Standard. Networking verlagert sich von großen Cocktail-Empfängen zu kuratierten Kleingruppen und aktivitätsbasierten Begegnungen.
Technologie reift parallel: KI verlässt die Experimentierphase und begleitet den gesamten Event-Lifecycle – von Planung über Personalisierung bis zur Wirkungsmessung. Automatisierung schafft Effizienz, analysiert ROE und bleibt im Hintergrund, um das Erlebnis zu unterstützen.
Ein weiterer Trend: „Small is the new luxury“. Kleine, hochrelevante Formate wie Executive Dinners, Retreats oder Micro-Events ersetzen zunehmend Großveranstaltungen. Kreativität, Storytelling und emotionale Relevanz entscheiden über Wirkung, nicht Budget oder Größe.
Nachhaltigkeit wird messbar und transparent – von Mobilität und Energie über Food-Konzepte bis zu Inklusion und Barrierefreiheit. Daten und KI machen Nachhaltigkeit zum Qualitätsmerkmal moderner Events.
Inhalte gewinnen an Bedeutung: Teilnehmer erwarten Authentizität, Real Talk und interaktive Lernformate. Content, Networking und Experience verschmelzen, Lernen passiert im Dialog. Auch interne Formate profitieren: Employee Experience wächst, Events wie Onboarding-Festivals, Learning Camps oder Culture Days ersetzen klassische Büroformate.
Insgesamt zeigt der Trendreport einen Rollenwandel: „The Event Manager is dead – long live the Experience Designer.“ Eventverantwortliche werden zu strategischen Gestaltern von Erlebnissen, die Storytelling, Technologie, Nachhaltigkeit und Wirkung orchestrieren. Erfolg wird an Emotion, Beziehungen und langfristiger Wirkung gemessen – nicht an Reichweite oder Budget.
Der vollständige Kesch Trendreport 2026 steht online zum Download bereit.























