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Vok Dams identifiziert Eventmarketing-Trends 2026

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Die Agentur Vok Dams hat ihre „Eventmarketing-Trends 2026“ vorgestellt. Die Analyse beschreibt zehn Entwicklungen, mit denen Livekommunikation im kommenden Jahr weiter an strategischer Relevanz gewinnt. Events werden demnach gezielter als Steuerungsinstrument eingesetzt – für Markenkommunikation, Unternehmenskultur und messbare Wirkung.

„Während digitale Kanäle immer stärker von Algorithmen geprägt sind und Aufmerksamkeit zur knappen Ressource wird, positioniert die Studie Live-Erlebnisse als direkten, kaum gefilterten Zugang zu Zielgruppen“, so CEO Colja Dams. „Gleichzeitig verändern technologische Möglichkeiten wie KI die Art, wie Events geplant, getestet und bewertet werden.“

  1. Events als strategischer Hebel in der Marketingkommunikation

Laut Vok Dams werden Events 2026 noch konsequenter als strategisches Instrument begriffen. In digitalen Kanälen entscheidet zunehmend ein Algorithmus darüber, welche Inhalte sichtbar werden. Live-Kommunikation umgeht diese Filter und ermöglicht Aufmerksamkeit ohne Feed, Scroll und Ranking.

Unternehmen nutzen Veranstaltungen daher stärker, um Transformationsprozesse zu erklären, Orientierung zu geben oder komplexe Strategien verständlich zu machen. Events gelten nicht mehr als isolierte Einzelmaßnahme, sondern als klar definierter Markenkontakt mit Auftrag: Beziehungen stärken, Botschaften verankern, Wirkung erzeugen.

  1. Einmalige Signature Moments als Währung der Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit ist begrenzt – und wird zur zentralen Kennziffer für Eventkonzepte. Nach Einschätzung von Vok Dams reicht es nicht mehr, nur einen professionellen Event aufzusetzen. Gefragt sind einmalige Höhepunkte, die sich in das Gedächtnis der Teilnehmer einprägen und später weitererzählt werden.

Solche „Once-in-a-Lifetime Experiences“ müssen nicht zwingend spektakulär sein, aber relevant und emotional. Entscheidend ist der Gesprächswert: Momente, über die in Teams, Communities und Netzwerken noch lange gesprochen wird, verlängern die Wirkung des Events deutlich über den Veranstaltungstag hinaus.

  1. KI wird zum Co-Strategen mit digitalen Doppelgängern

Künstliche Intelligenz verändert die Strategiephase des Eventmarketings. Anstatt Wirkung ausschließlich im Nachgang zu messen, rückt laut Studie der Einsatz von „Pre-Data“ in den Fokus. Konzepte, Dramaturgien und Content-Bausteine lassen sich vorab simulieren und testen.

Whitepaper „How Digital Doppelgänger Shape Future Live-Events“ (Foto: Vok Dams)

Digitale Doppelgänger von Zielgruppen dienen dabei als Sparringspartner: Sie spielen mögliche Reaktionen durch und zeigen, welche Botschaften tragen, an welchen Stellen Reibung entsteht und welche Formate aktivieren. So sollen Entscheidungen früher präzisiert werden, Budgets effizienter eingesetzt und Freiräume für kreative Live-Momente geschaffen werden (siehe dazu das Whitepaper von Vok Dams zum Thema).

  1. Events als Community-Motor

Events gelten zunehmend als Ausgangspunkt für Communities. Ob Mitarbeiter, Kunden oder weitere Stakeholder: Wo Menschen gemeinsam erleben, entsteht Zugehörigkeit. Vok Dams sieht hier einen klaren Trend hin zu Formaten, die nicht nur informieren, sondern Beteiligung ermöglichen und Dialog fördern.

Serienveranstaltungen, Leadership-Programme oder langfristige Engagement-Formate sind zentrale Bausteine dieses Community-Gedankens. Sie sorgen für wiederkehrende Berührungspunkte, verstetigen den Austausch und tragen dazu bei, Beziehungen über Jahre hinweg zu entwickeln. Das Event wird zum Startsignal, nicht zum Endpunkt.

  1. Micro-Events: klein, fokussiert, persönlich

Neben großen Leitveranstaltungen gewinnen Micro-Events an Bedeutung. Gemeint sind bewusst kuratierte Formate für kleine Gruppen, in denen Nähe und persönlicher Austausch im Mittelpunkt stehen. Unternehmen kombinieren laut Trendreport zentrale Leuchtturm-Events mit vielen kleineren, hoch standardisierten Touchpoints.

Diese Micro-Events lassen sich flexibel über Regionen, Zielgruppen oder Märkte ausrollen und bieten Raum für tiefergehende Gespräche. Sie eignen sich besonders für Produkt-Highlights, Führungskräfte-Dialoge, Change-Initiativen, Mitarbeiterkommunikation oder die Betreuung wichtiger Kunden. Weniger Bühne, mehr Substanz – so beschreibt Vok Dams den Charakter dieser Formate.

  1. Mitarbeiter-Events als strategisches Tool

Interne Veranstaltungen rücken weiter ins Zentrum der Unternehmenskommunikation. Kick-offs, Culture Days oder Leadership-Formate sollen das leisten, was über E-Mails oder Präsentationen oft schwer gelingt: Strategie greifbar machen, Identifikation fördern und Energie freisetzen.

Events werden zum Ort, an dem Unternehmenskultur konkret erlebbar ist. Führung wird sichtbar, Austausch ist möglich, Mitarbeiter werden aktiv einbezogen. So entstehen Vertrauen, Klarheit und Momentum – wichtige Voraussetzungen für Veränderungsprozesse. Interne Events gelten damit als strategisches Werkzeug für Alignment, Engagement und eine stabile Kultur.

  1. Jubiläen als Startpunkt für das „Next Chapter“

Unternehmensjubiläen gehören seit jeher zum Repertoire der Live-Kommunikation. Neu ist laut Vok Dams weniger der Anlass als die Art, ihn zu nutzen. Statt reiner Rückschau rücken Jubiläen als strategischer Übergang in den Fokus: vom Blick zurück auf die Geschichte hin zur Inszenierung der nächsten Kapitel.

Das Jubiläum wird zum Markenmoment, der Identität sichtbar macht und zentrale Botschaften transportiert. Richtig geplant verbindet ein Jubiläum Mitarbeiter, Kunden und weitere Stakeholder, stärkt Vertrauen und schärft das Selbstbild des Unternehmens – intern wie extern. Die Feier wird damit zum Impulsgeber für die Zukunft.

  1. Mindfulness als Prinzip des Event-Designs

Steigende Arbeitsbelastung und dichte Terminpläne prägen insbesondere Führungskräfte und Teams in Veränderungsprozessen. Entsprechend verändert sich der Anspruch an Strategiemeetings und Leadership-Formate. Laut Studie rücken Eventkonzepte in den Vordergrund, die Präsenz ermöglichen, statt zusätzliche Reizüberflutung zu erzeugen.

Mindfulness wird dabei zu einem Leitgedanken im Event-Design: klare Abläufe statt Dauerbespielung, bewusst geplante Gesprächszonen, Rückzugsräume und Pausen mit echtem Wert. Digitale Tools unterstützen nur dort, wo sie sinnvoll sind und nicht vom Moment ablenken. Das Ziel: Inhalte sollen nachwirken, Dialog persönlicher werden und Marken bewusster erlebbar sein.

  1. Think global – act local

Internationale Marken entwickeln zunehmend globale Eventlinien, die dennoch lokal funktionieren. Der Anspruch laut Vok Dams: eine konsistente Markenstory über Länder hinweg, die vor Ort nicht fremd wirkt, sondern sich anfühlt, als sei sie speziell für den jeweiligen Markt entstanden.

Die Lösung liegt in flexiblen Rahmenkonzepten. Sie definieren Kernbotschaft, Narrative und Grundstruktur, lassen aber Raum für regionale Anpassungen – von Sprache und Tonalität über Formate bis zu kulturellen Codes. So soll Internationalität nicht zur Komplexitätsfalle werden, sondern zum Qualitätsstandard: globale Klarheit bei gleichzeitig hoher lokaler Relevanz.

  1. Nachhaltigkeit als Frage der Glaubwürdigkeit

Nachhaltigkeit ist im Event- und Live-Marketing kein Zusatzthema mehr, sondern Grundlage für Glaubwürdigkeit. Kunden, Partner, Mitarbeiter und Regulatorik erwarten Veranstaltungen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortung berücksichtigen.

Unternehmen müssen dabei Vorgaben wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz LkSG und die CSRD einbeziehen. Die überarbeitete Norm ISO 20121:2024 stellt zudem den Bezug zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen her. Nachhaltigkeit wird damit zur Frage der Nachweisbarkeit.

Mit dem SDG Event Compass hat Vok Dams ein Tool entwickelt, das Eventverantwortliche bei der systematischen Ausrichtung an den UN-Zielen unterstützt. Es soll helfen, Maßnahmen strukturiert zu planen, entlang der Wertschöpfungskette zu dokumentieren und Veranstaltungen messbar nachhaltiger zu gestalten.

Treiber hinter den Eventmarketing-Trends 2026

Die beschriebenen Entwicklungen werden von mehreren Faktoren getrieben. Zum einen verändern sich die Erwartungen der Teilnehmer: Sie wollen nicht nur Informationen aufnehmen, sondern Erlebnisse, Begegnung, Interaktivität und einen spürbaren Mehrwert.

Zum zweiten eröffnen technologische Fortschritte neue Möglichkeiten. KI, Datenanalyse und immersive Technologien wie VR und AR erlauben ein hohes Maß an Personalisierung und Erlebnisqualität – von der Konzeption über die Durchführung bis zur Auswertung.

Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Wandel. Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und werteorientiertes Handeln gewinnen für Unternehmen wie Zielgruppen an Bedeutung und müssen sich auch im Live-Erlebnis widerspiegeln.

Nicht zuletzt wird Eventmarketing stärker im Kontext von Content-Strategien gedacht. Ein Event gilt nicht mehr als singuläres Ereignis, sondern als Ausgangspunkt für Inhalte, die über verschiedene Kanäle und Community-Formate weitergetragen werden. Auf diese Weise entstehen dauerhafte Effekte für Marke und Beziehungen – lange nachdem die letzte Session beendet ist.