Start Meinung Markeninszenierung im Center am Potsdamer Platz in Berlin

Markeninszenierung im Center am Potsdamer Platz in Berlin

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Fragen an Anneke Scheper, Asset Managerin im Center am Potsdamer Platz in Berlin von Oxford Properties (ehemals Sony Center Berlin): Sie verantwortet die strategische Neupositionierung des Areals. Seit 2020 begleitet sie das Projekt, zunächst in Marketing und Kommunikation, seit 2023 im Asset Management. Sie war maßgeblich an der Entwicklung des 3D-Display-Konzepts beteiligt – von der Idee bis zur Umsetzung.

BlachReport: Deutschlands größtes 3D Display steht im ehemaligen Sony Center in Berlin. Frau Scheper, wie kann man sich das vorstellen?

Anneke Scheper: Wir reden hier von einem digitalen Erlebnis, das es in Deutschland bislang so nicht gab. Marken können mitten im Herzen Berlins nicht nur sichtbar, sondern tatsächlich erlebbar werden – und das auf einer Fläche von circa 243 Quadratmetern und ganz ohne 3D Brille. Wenn man heute an ikonische Orte für eindrucksvolle digitale Erlebnisse denkt, fallen schnell Tokyo oder New York ein. Das Center am Potsdamer Platz setzt aber einen markanten Unterschied. Denn über den Screen hinaus kann das gesamte Areal in die Inszenierung einbezogen werden – ein wirklich ganzheitliches Erlebnis.

BlachReport: Digitale Experiences sind also das große neue Ding. Gleichzeitig bleibt doch die Frage: Wo liegt der Mehrwert des physischen Raums?

Anneke Scheper (Foto: Stefan Hobmaier/Oxford Properties)

Anneke Scheper: Genau in der Verbindung. Das Digitale verschmilzt mit der Umgebung und macht Erlebnisse emotionaler und nachhaltiger. Technologien wie 3D-DOOH, interaktive Stelen oder sogar das berühmte Dach, das farblich verändert werden kann, sind nur Tools – sie leben erst durch den physischen Kontext. Hier entstehen Begegnungen, die online nicht reproduzierbar sind und die sich auch nachhaltig in der Erinnerung abspeichern.

BlachReport: Können Sie ein Beispiel nennen, wie Marken das bereits umgesetzt haben?

Anneke Scheper: Sehr gerne. Biotherm von L’Oréal gehörte mit zu den ersten, die den 3D Screen für ihr Branding genutzt haben. Die Beauty-Marke startete ihre erste Kampagne mit einem spektakulären 3D-Spot in Kombination mit einem Pop-up-Erlebnis, bei dem die Besucher das gerade virtuell erlebte Produkt mit allen Sinnen erfahren konnten. Die Kombination aus digitalem Wow-Effekt und physischer Interaktion hat eine enorme Resonanz erzeugt. Das zeigt, was möglich ist, wenn beide Welten ineinandergreifen. Und die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft.

BlachReport: Das Center ist ja vor allem bekannt für große Filmpremieren. Nun gibt es keine Kinos mehr. Wie knüpfen Sie heute an diese Tradition der spektakulären Auftritte an?

Anneke Scheper: Das Center hat sich weiterentwickelt. Im Rahmen der Neukonzeption und Neugestaltung haben wir mehr Flexibilität ins Forum gebracht. So wurde zum Beispiel der zentrale Brunnen im knapp 880 Quadratmeter großen Forum durch ein Wasserspiel ersetzt, das für große Events per Knopfdruck stillgelegt werden kann. Mobile Baum- und Pflanztröge bringen mehr Grün ins Center – und können aber auch in wenigen Momenten den Bereich wieder öffnen. So eignet sich das Forum des Centers weiterhin für große Auftritte wie gerade erst letztens die Premierenfeier zum Disney Film ‚The Fantastic Four: First Steps‘. Gleichzeitig bieten kleinere Flächen oder unsere neu gestalteten Lobbies vielseitige Möglichkeiten für punktgenaue Inszenierungen wie Promotions, Fotoshootings oder Filmproduktionen. Und spannend wird es nächstes Jahr im Untergeschoss, wo immersive Erlebnisräume entstehen – auch das ein Zukunftsfeld für Markeninszenierungen.

BlachReport: Wenn wir über Möglichkeiten sprechen: Welche Flächen stehen Marken im Center konkret zur Verfügung?

Anneke Scheper: Wir haben sieben verschiedene Bereiche, die sehr flexibel nutzbar sind: das Forum mit 880 qm, den Fitness Experience Hub mit 365 qm und weitere Flächen von circa 20 bis 167 qm. Dazu kommen noch die digitalen Flächen wie der 3D Screen und fünf Stelen mit je 75 Zoll Screens. Diese Vielfalt ermöglicht Kampagnen in ganz unterschiedlichen Dimensionen – von großformatigen Inszenierungen bis hin zu exklusiven Markenmomenten.

BlachReport: Und wie sieht es mit klassischen Eventräumen aus – zum Beispiel Konferenzsäle oder Cateringküchen?

Anneke Scheper: Solche klassischen Räume bieten wir in Kooperation mit unseren Gastronomen an. So hat beispielsweise das Restaurant Frederick’s bei uns im Center verschiedene Eventräume für kleinere Empfänge und Tagungen zur Verfügung. Im Gegenzug setzen wir vom Center-Eigentümer rein auf moderne Begegnungsflächen. Angefangen bei unserem markanten Forum unter dem berühmten Dach des Centers bis hin zu unseren Lobbies. Diese sind neugestaltet, lichtdurchflutet und eignen sich nicht nur als Co-Working-Spaces, sondern auch hervorragend für markenstarke Inszenierungen.

BlachReport: Bieten Sie darüberhinausgehende Services wie Technik, Shuttles, Inszenierungshilfen an?

Anneke Scheper: Wir stellen die Infrastruktur wie Strom- und Wasseranschlüsse bereit. Shuttles oder Technik vermieten wir nicht direkt. Aber wir ermöglichen eine 360°-Markendarstellung – von der Bespielung der digitalen Stelen, des Dachs, der Wasserfontänen über den 3D-Screen bis zu überdimensionalen Bannern unter dem Dach oder an der Fassade.

BlachReport: Das klingt nach einer Transformation von der klassischen Eventlocation hin zu einem neuartigen Markenerlebnis-Ort.

Anneke Scheper: Ganz genau. Wir sind keine Messehalle, sondern eine moderne Bühne für Inszenierungen mit Strahlkraft – im Herzen Berlins. Bei uns können Marken neue Dimensionen der Kommunikation wählen – und so Erlebnisse schaffen, die nicht nur für Aufmerksamkeit sorgen, sondern im Gedächtnis bleiben.

BlachReport: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.