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Neuer IHK-Zertifikatslehrgang schafft Grundlage für Veranstaltungen trotz Corona

Die Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg hat es ermöglicht, die Weiterbildung zum Themengebiet „Fachbeauftragte/r für Hygiene im Veranstaltungswesen“ zu etablieren. Dies mit Experten aus dem Veranstaltungssektor und Wissenschaftlern aus der Medizin. So konnte eine schnelle Lösung geboten werden für die Veranstaltungswirtschaft, die von den Pandemiefolgen besonders stark getroffen ist.

„Wenn Veranstaltungen infektionssicher möglich sind, können wir schrittweise in eine neue Normalität zurückkehren. Dies jedoch nur mit einer fundierten Strategie auf einem sauberen Weg. Wir können uns keine Rückschläge durch Ausbruchsgeschehen leisten. Spezialisten mit dem Zertifikatswissen Fachbeauftragte/r für Hygiene im Veranstaltungswesen können helfen, solch ein Risiko substanziell zu reduzieren. Denn der Schutz der Gesundheit steht über allem. Wir wollen gemeinsam unseren Kunden die Ängste nehmen und ihnen das Vertrauen in ihre Veranstaltungen geben. Ziel ist es, Engagement und Wissen für die Wiederermöglichung von Veranstaltungen zu bündeln und so sichere und schöne Veranstaltungen wieder stattfinden zu lassen – also das tun, was wir am besten können,“ so Rebecca Franz, die für die Weiterbildung bei saveevents.org verantwortlich ist. Sie stellt weiter fest: „Gleichzeitig muss es wieder möglich sein, Grundrechte zu leben. Mit erheblichen wirtschaftlichen Belastungen trägt unsere Branche im Interesse des Bevölkerungsschutzes die Konsequenzen des Veranstaltungsverbots. Deshalb helfen wir mit, Auswege zu suchen. Die Regierung und in unserem speziellen Fall die Amtsärzte werden noch für einige Zeit Letztentscheider bleiben, ob eine Veranstaltung möglich ist. Deshalb ist es unverzichtbar, dass wir mit den Gesundheitsbehörden Strategien erarbeiten, wie Versammlungs- und Berufsfreiheit wieder ermöglicht werden.“

Mit diesem Ziel wird seit dem 2. Juni 2020 der neue Lehrgang angeboten. Bereits über 50 Fachbeauftragte für Hygiene im Veranstaltungswesen haben bis heute die Weiterbildung erfolgreich absolviert und das Zertifikat der IHK erhalten.

Der Lehrgang wurde von Praxispartnern gemeinsam mit der IHK Gießen-Friedberg in erarbeitet. 40 Prozent der Zeit Theorie, 60 Prozent Praxisbeispiele und Unterweisung in Ober-Mörlen und Fredenhagen in Offenbach erlauben Praxistransfer.

Die Lerninhalte dieser Weiterbildung sind eigens und erstmalig erstellt worden. Die medizinisch-wissenschaftliche Beratung erfolgte durch Prof. Dr. Klaus-Peter Hunfeld, MPH, Facharzt für Labormedizin, Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, Krankenhaushygiene, Frankfurt, und PD Dr. Frank-Albert Pitten, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin, Geschäftsführer des Institut für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle, Gießen. Die Inhalte orientieren sich weiterhin an den Leitlinien und Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Die Weiterbildung besteht aus sieben Modulen. Es werden Grundlagen der Mikrobiologie, Infektiologie und Verfahren zur Prävention gelehrt. Vermittelt werden Themen wie Arbeitsschutz und -medizin, Sicherheitsausrüstung, Veranstaltungs- und Besuchersicherheit, Gesundheitsschutz, Gefährdungsbeurteilungen, rechtliche Grundlagen, Datenschutz, Hygienekonzepterstellung, Lösungen für Auf- und Abbau, Klassifizierungen, die Fähigkeit zur realistischen Risikobewertung und besondere Regelungen zu SARS Cov-2. Mit Bezügen zur Sonderausstellung „Back to Live“ in Offenbach erfahren Teilnehmer praktisch, wie Schutzmaßnahmen im Veranstaltungskontext korrekt umzusetzen sind.
Branchenbeschäftigte mit einer anerkannten, abgeschlossenen, mehrjährigen Berufsausbildung oder mit fünfjähriger einschlägiger Berufserfahrung im Veranstaltungswesen können das Zertifikat Fachbeauftragte/r für Hygiene im Veranstaltungswesen erwerben.

Info www.saveevents.org