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Emotionsmessung im Stadion

Wie sich die besondere Emotion im Fußball auf das Sponsoring auswirkt, hat das Kölner Marktforschungsinstitut september Strategie & Forschung GmbH in einer  gemeinsamen Studie mit dem global agierenden Sportrechtevermarkter Lagardère Sports Germany GmbH und der Agentur Lagardère Plus GmbH untersucht.

Um diese Frage zu beantworten, wurden zwei Zielgruppen à 15 Teilnehmer ausgewählt: auf der einen Seite die Fußballinteressierten, die sich grundsätzlich für den Sport erwärmen, ab und zu Spiele anschauen und mit zwei bis drei Vereinen sympathisieren. Trikotsponsoren kennen sie nicht. Auf der anderen Seite nahmen leidenschaftliche Fans an der Untersuchung teil. Sie brennen für das Rasenspiel, haben einen dauerhaften Lieblingsverein und schauen sich regelmäßig Matches an – ab und zu im Stadion. Ihnen ist der aktuelle Sponsor bekannt.

An insgesamt vier Terminen – drei in einem Studio mit einer dem heimischen Fußballkonsum ähnlichen Atmosphäre und einem im Stadion – wurde in kleinen Gruppen untersucht, welche Emotionen verschiedene Sponsoringaktivitäten bei den Probanden auslösen. Zu sehen bekamen sie neben ausgewählten Marken – darunter aktive und inaktive Vereinsunterstützer – auch einen Werbeblock bestehend aus Aktivierungsspots von Sponsoren und solchen von Marken ohne Sponsoringbezug.

Mithilfe kleiner auf der Haut angebrachter Sensoren kam september den instinktiven körperlichen Reaktionen der Probanden auf die Spur. „Anstatt also die offensichtlichen Veränderungen zu beobachten, messen wir unbewusste Prozesse – unsichtbare Mimikbewegungen sowie die Hautleitfähigkeit oder die Herzratenvariabilität der Betrachter. Diese Daten erheben wir weder im kalten Labor noch retrospektiv, sondern live im Stadion oder beim gemeinschaftlichen Fußballschauen“, stellt Oliver Spitzer, Managing Partner der september Strategie & Forschung GmbH, die Besonderheiten dieses Forschungsansatzes heraus. Anschließend lassen sich die Messwerte in sogenannte Emotional Key Performance Indicators (KPI) übersetzen: Vertrauen, Attraktion, Nähe, Sympathie, Relevanz, Skepsis oder Stress. Begleitende tiefenpsychologische  Interviews  bringen  die inneren Storys  der Konsumenten zum Vorschein.  „Hierin hinterfragen wir die Gründe, aus denen bei ihnen bestimmte Emotionen ausgelöst wurden“, so Spitzer weiter. „Diese Erkenntnisse zeigen nicht nur objektiv und sekundengenau auf, an welchen Stellen der Betrachter welche Gefühlslagen einnimmt, sondern auch warum. Somit sind wir in der Lage, Marken und Unternehmen auf ihrem Weg zur idealen Wahrnehmung mit konkreten Handlungsempfehlungen zu unterstützen.“

Im Rahmen der Studie konnte festgestellt werden, dass sich im Kontext Fußball die mit dem Sport verbundenen Emotionen nahezu durchweg positiv auf das Sponsoring auswirken. Auffällig dabei: Innerhalb der Zielgruppe der Fans löst dieselbe Sponsoringaktivität stärkere Emotionen aus als in der Interessierten-Gruppe – sowohl positiv als negativ. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass ein TV-Spot und eine Sponsoringaktivität im TV-relevanten Stadionbereich einen unterschiedlichen emotionalen Effekt auf Probanden ausüben, der sich zumeist jedoch positiv gestaltet. Als nützlich zeigt sich daher eine Kombination beider Maßnahmen.

Die Untersuchungen ließen schließlich zu, drei allgemeine Handlungsempfehlungen an Unternehmen und Marken auszusprechen, die Sportsponsoring nicht nur als Tool zur Bekanntheitssteigerung und Reichweitenerhöhung nutzen,  sondern durch die Emotionen im Fußball ihre Marke positiv aufladen möchten. Hierzu zählt, wahre Nähe zu den Fans aufzubauen. Das gelingt nicht, indem ein Unternehmen als bloßer Geldgeber auftritt, sondern braucht ein authentisches und glaubhaftes Engagement. Um Teil der  Fan-Familie zu werden,  sollte  eine  Marke daher konstant  präsent sein und mit ihrer Zielgruppe auf Augenhöhe kommunizieren. Zudem empfiehlt sich für Sponsoren, auf ihr generelles Marken-Fit zu achten: Verfolgt ein Sponsor imagerelevante Kommunikationsziele – sprich ein emotional uplift –, sollte er selbst auch zur Sportart, zum Verein und zu den Fans passen. Ohne diesen Kontext fällt es der angesprochenen Zielgruppe sehr schwer, einen positiven Bezug zwischen dem Sponsor und dem Verein sowie Sport herzustellen. Last but least sollten  Sponsoren auch die eigene Rolle in Hinblick auf den Verein mit Teamgeist angehen. Im Fokus steht die Gemeinschaft und nicht der Einzelne, daher ist es ratsam, dass auch der Sponsor die Fan-Gemeinde und den Verein in den Vordergrund seiner Aktivitäten stellt

Info: www.september-online.com