Start Allgemein Podcast MICE am Sonntag vom 23. Januar 2022

Podcast MICE am Sonntag vom 23. Januar 2022

464

Im Podcast MICE am Sonntag vom 23. Januar 2022 geht es um die Umsatzerwartungen der Messeveranstalter für dieses Jahr, die zunehmende Auseinandersetzung von Eventagenturen mit dem Thema Nachhaltigkeit und dem Mitarbeitermangel in der Veranstaltungswirtschaft.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat kürzlich seine alljährliche Verbändeumfrage vorgelegt. Der Messeverband AUMA bewertet die Umfrageergebnisse als Abbildung der aktuellen Aussichten innerhalb der Messebranche: Während sich für viele Branchen in Deutschland die Stimmung zum Jahreswechsel gebessert hat, ist die Lage für die Messewirtschaft weiterhin trübe – so sieht das zumindest der Messeverband AUMA voraus.

Laut der Umfrage sei das Jahr 2021 für die Messebranche das schlechteste der vergangenen Jahrzehnte gewesen. Im Durchschnitt verbuchten die Messeveranstalter ein Umsatzminus von 70 Prozent im Vergleich zu den Jahren davor. So fanden im ersten Halbjahr 2021 coronabedingt keine Messen statt, erst im dritten und vierten Quartal konnten von den 380 geplanten Messen 101 durchgeführt werden.

Als aktuell größte Aufgabe für die Messewirtschaft wurden genannt: Aussteller und Besucher auf Messen zurückzugewinnen und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bewältigen. Ein Lichtblick sei, dass eine deutliche Mehrheit davon ausgehe, dass der Trend ganz klar zu realen Messen geht und rein digitale Messen keine Alternative darstellen.

Laut Berechnungen des AUMA stehen für 2022 in Deutschland 390 Messen im Kalender. Bisher wurden mehr als 50 Messen abgesagt, eine Vielzahl von Veranstaltungen wurden in das zweite oder dritte Quartal verschoben.

Jetzt heißt es abwarten und die weitere Entwicklung abwarten. Es könnte sein, dass wir von Frühsommer, also nach Omikron, bis zum Herbst, wenn vielleicht die nächste Viruswelle droht, eine sehr kurze Messesaison haben werden. Wie sich das mit dem ohnehin bereits bestehenden Mitarbeitermangel vereinbaren lässt, wird sich zeigen.

Nachhaltigkeit wird für die Agenturen immer wichtiger. Aktuell haben sich dazu die DRP Group und follow red zu Wort gemeldet. Die DRP Group ist in das neue Jahr mit einem Nachhaltigkeitstag gestartet. Die britische Agentur, die mit einer deutschen Niederlassung in Köln vertreten ist, rückte das Thema beim Team Kick-off für 2022 in den Fokus. Unter anderem wird derzeit an der BCorp-Zertifizierung gearbeitet. Außerdem wurde für dieses Jahr ein interner Award für die Mitarbeiter ausgelobt. Ausgezeichnet werden die besten Nachhaltigkeitsideen.

Die Kommunikationsagentur follow red aus Stuttgart hat das Change2Green-Konzept für nachhaltige Veranstaltungen vorgestellt, durch das Events klimaneutral organisiert werden sollen. Der 360°-Ansatz des Konzepts beinhaltet Strategien, um den CO2-Ausstoß in der Vorbereitung, Umsetzung und Kommunikation der Events zu reduzieren und die verbleibenden Emissionen durch Klimaschutzprojekte zu kompensieren.

follow red bemüht sich mit dem Change2Green-Konzept nicht nur um mehr Umweltbewusstsein in der Eventbranche, sondern hofft auch auf eine Signalwirkung: So können Unternehmen mit ihren Veranstaltungen als gutes Beispiel vorangehen und damit ein gesellschaftspolitisches Zeichen setzen. Diesen Anspruch an ein nachhaltigeres Handeln stellt follow red auch an sich selbst.

In deutschen Agenturen fehlt es derzeit an zahlreichen Mitarbeitern. Allein in den 85 Mitgliedsagenturen, die sich an einer aktuellen GWA-Umfrage beteiligt haben, sind derzeit 1.492 Positionen unbesetzt. Die Umfrage ist Ende 2021 gestartet und gerade erst abgeschlossen worden.

Noch dramatischer ist die Situation in der Veranstaltungsbranche, wo es nach Aussage von Verbandsvertreter in den nächsten Monaten gehörige Engpässe geben wird. Demnach sollen rund 40 Prozent der Beschäftigten die Eventbranche bereits verlassen haben. Weitere könnten folgen, wenn Ende März Überbrückungshilfen und Kurzarbeitergeld auslaufen.

An dieser Stelle kann man dann gleich noch mal auf die Vorhersagen einer kurzen Messesaison von Mai bis Oktober verweisen. Dieses könnte dann auch für die Eventbranche allgemein gelten. Und dann? Endlich wieder Aufträge und keiner kann es machen? Könnte passieren.

Der Podcast MICE am Sonntag steht unter Radio Blach bei Apple Podcasts oder Spotify zur Verfügung und kann auch auf der Website des BlachReport abgehört werden.